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Öko-Turm: Wow-Momente in Monacos nachhaltigstem Wolkenkratzer

Aktualisiert: 7. Okt. 2021

Sonne, Meer und Luxus im Überfluss bietet der kurvige Wohnturm – und zwar umweltfreundlich verpackt: Im Osten des Fürstentums wird gerade ein Hochhaus bezugsfertig, das all das verkörpert, was das Leben im berühmten Zwergstaat ausmacht. Ein Vor-Ort-Termin mit der RIVIERAZEIT.


“Unser Ziel war es, ein völlig neues Wohngefühl im Herzen von Monaco zu schaffen”, so Bauherr Jean-Baptiste Pastor. Foto: T. Apparu

Sexy, das ist vielleicht der treffendste Ausdruck für die Kombi aus Rundungen und rechten Winkeln, dem Spiel aus Licht und Schatten, dem Materialmix aus Holz, Marmor und Messing. Das Wort jedenfalls kommt uns in den Sinn, als wir im 21. Stock aus dem Aufzug steigen, eines von zwei Penthäusern im blütenförmigen Wolkenkratzer “MoNa Résidence” betreten und vom 180-Grad-Meerblick schier überwältigt werden.


Ein Cocktail aus klingenden Namen ist noch lange kein Garant für ein bauliches Gesamtkunstwerk. Was die international renommierten Architekten Jean-Michel Wilmotte und Rainier Boisson, Designer Ora Ïto, Künstler Daniel Buren und Landschaftsgärtner Jean Mus am Rande des Fürstentums allerdings zuwege gebracht haben, ist zumindest optisch der Knaller.


23 Etagen Nachhaltigkeit?


Der eigentliche Clou des Hauses dagegen bleibt unsichtbar: Sämtliche 23 Etagen von MoNa Résidence werden sommers wie winters per Geothermie klimatisiert. 40 Sonden, die 250 Meter tief in den felsigen Untergrund getrieben wurden und in denen Wasser zirkuliert, liefern eine konstant angenehme Raumtemperatur. Klimaanlage oder Heizung: überflüssig – aber natürlich trotzdem vorhanden. Eine Solaranlage auf dem Dach sorgt überdies, ergänzt durch die Erdwärme, fürs warme Wasser.


Nachhaltigkeit war der Grundgedanke in der Groupe Michel Pastor, einem Ableger von Monacos mächtigster Immobilien-Dynastie seit weit über 100 Jahren, als dort 2012 mit den Planungen für den Bau eines weiteren Luxus-Hochhauses begonnen wurde. Vier andere Residenzen nach vergleichbarem Schema sind, bunt verstreut im Fürstentum, seit Jahren im Portfolio der Gruppe. Erst wird entwickelt und gebaut, anschließend vermietet und verwaltet.


Verschiebbare Sonnenschutz-Elemente, Solarpanele auf dem Dach, Rohr-Dickicht der Geothermie-Anlage im Technikkeller (v.l.). Fotos: T. Apparu


Für das jüngste Projekt im Stadtteil Saint-Roman wurde fünf Jahre lang getüftelt und gebrütet, wurden Probebohrungen durchgeführt und gerechnet, bis die Idee vom erdwärmeklimatisierten Gebäude, das in den Himmel wachsen würde, bereit zur Umsetzung war. 2017 begannen die Bauarbeiten, vier Jahre später, im Herbst 2021, ist der ingenieurtechnische Kraftakt vollbracht. Jetzt sind die Möbelpacker am Zug.


MoNa Résidence ist das derzeit umweltfreundlichste Gebäude in ganz Monaco”, sagt Serge Ginesy, Chef für nachhaltige Entwicklung innerhalb der Pastor-Gruppe. Es sei das einzige Bauwerk im Fürstentum, das Geothermie in diesem Umfang nutze und weise eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf als klassische Bauten.


Kunst, Umweltgedanke, Innovation und Luxus


Viele Kleinigkeiten summieren sich zum rundum nachhaltig gedachten Konzept – soweit das bei einer Giga-Immobilie möglich ist. Im Inneren wurde viel mit Naturmaterialien gearbeitet, Marmor und Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft finden sich in Eingangshalle und Fluren ebenso wie in allen 66 Appartements. Der verbaute Stahl sei zu 95 Prozent recycelt, die hochwertigen Geräte in den Küchen weisen allerbeste Energieklassen auf. LED-Leuchten und Mülltrennung in jeder Etage, inklusive Kompost, verstehen sich von selbst. Sämtliche Parkplätze in der Tiefgarage ermöglichen das Laden von E-Autos, 90 Fahrradstellplätze sind vorhanden, und die Pflanzen in den hängenden Gärten und auf den Dachterrassen sind nach ihrer Genügsamkeit in Sachen Wasserverbrauch ausgewählt.


Die Sonne in Schach halten


“Die größte Herausforderung war es”, so der Nachhaltigkeitsbeauftragte Ginesy, “die Sonne in den Sommermonaten in Schach zu halten.” Da kam die Architektur ins Spiel: Die großzügigen Balkone, die das dreiflügelige Gebäude vollständig umrunden, spenden jede Menge Schatten. Gleichzeitig wird es dank der riesigen Fensterfronten aus maximal isolierendem Glas nie zu dunkel im Inneren. Und deckenhohe Sonnenschutzelemente an der Balkonbrüstung setzen nicht nur einen visuellen Akzent, sondern können dem Stand der Sonne entsprechend verschoben werden.


Das Zusammenspiel aus allen Komponenten hat dem Hochhaus für seine Konzeption ein “Exzellent” beim anerkannten Umwelt-Label BREEAM eingebracht.


Fotos: T. Apparu


Als wir MoNa Résidence Mitte September besuchen und vom Technikkeller voller Rohre bis zur Penthouse-Terrasse mit Sommerküche und Pool in jeden Winkel schauen dürfen, ziehen erste Mieter ein. Die prachtvolle Eingangshalle, ein marmornes Kunstwerk von Daniel Buren, ist noch nicht ganz fertig – aber die Appartements bereits so gut wie vollständig vergeben, verrät Aïleen Fabre, Vertriebsdirektorin im Centre Immobilier Pastor.


Die drei “S”, die Spitzenverdiener anziehen


Wohnraum ist latent knapp im zweitkleinsten Staat der Welt, außerdem zieht das Fürstentum zuletzt verstärkt Familien mit Kindern an, Menschen, die tatsächlich Vollzeit vor Ort leben wollen. Gute Schulen, Sicherheit, Sonne – das sind Argumente, die internationale Spitzenverdiener hierher locken.


Das neue Hochhaus an der Rue des Giroflées, dessen Quadratmeterpreise nicht öffentlich kommuniziert werden, kommt da offenbar gerade recht. Egal, ob Penthaus mit sechs Schlafzimmern auf zwei Stockwerken plus Dachterrasse oder gleich eine ganze Etage mit acht Schlafzimmern auf rund 600 Quadratmetern – für die meisten der über den Straßen der Stadt gelegenen Luxus-Appartements sind die Mietverträge bereits unterzeichnet. Noch zu haben seien gerade mal ein paar der 3-Zimmer-Wohnungen. Der Öko-Ansatz gefällt.


Video: Atemporel Studio, https://www.mona.mc/


Oder ist es das Wohnerlebnis? Die lichtdurchfluteten Appartements machen automatisch gute Laune. Die Blicke hinab aufs Fürstentum oder die Berge hinter dem Haus sind magisch. Nur wer Höhenangst hat, sollte sich sicherheitshalber in den unteren Etagen einquartieren.


Hinzu kommen die üblichen Annehmlichkeiten, die Monaco so attraktiv machen: Zum schönen Larvotto-Sandstrand sind’s fünf Minuten zu Fuß, das Quartier Saint-Roman gilt als dynamisch, und zuhause im Wohnturm lässt sich’s eh aushalten – mit seinem Wellness-Bereich, Innen- und Außenpools, Fitnessstudio, Bibliothek und Kino. Ach ja, ein Concierge-Service ist natürlich außerdem im Mietpreis enthalten und springt rund um die Uhr ein, etwa wenn ein Restaurant-Tisch zu reservieren, der Friseurtermin zu vereinbaren oder ein Flugticket zu buchen ist...


Aila Stöckmann



www.mona.mc


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