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Avignon wird zum Epizentrum der Theaterkunst

Wenn Schauspieler und Theaterlustige aus allen Regionen Frankreichs nach Avignon strömen und Straßenecken und Hinterhöfe zu Brettern werden, die die Welt bedeuten, dann beginnt eines der weltweit größten Theaterfestivals. Ab heute feiert die Stadt an der Rhône drei Wochen lang Liebeshymnen, Todesschmerz und alles dazwischen.


Besonders stimmungsvoll: Die Aufführungen inmitten des Papstpalastes in Avignon. Foto: DR / Christophe Raynaud de Lage / Festival d'Avignon

Nach dem coronabedingten Ausfall des Festivalsommers im letzten Jahr dürfen nun die Meister des Schauspiels wieder ein breites Publikum in Lachen, Grübeln und Staunen versetzen. Unter einem strengen Hygienekonzept wird in den nächsten Wochen ein einzigartiges Theaterfest zwischen Papstpalast und Rhônebrücke begangen. Schauspieler und Regisseure laden Besucher zum 75. Mal ein, Tanz, Musik und natürlich die großen Klassiker der Theatergeschichte gemeinsam zu erleben.


Theaterkunst rund um den Papstpalast


Der mittelalterliche Stadtkern Avignons bildet dabei die Kulisse, die es braucht, um Drehbücher lebendig zu machen und Zuschauer in eine Welt zu versetzen, in der für ein paar Stunden Vorstellung und Wirklichkeit vollkommen verschmelzen. Im und um den Jahrhunderte alten Papstpalast gruppieren sich Ensembles und Musiker, die Stadt vibriert vor Lebensfreunde und künstlerischen Darbietungen.

Als Teil des „Off-Festivals“ werden neben staatlich geförderten Vorstellungen auch auf Terrassen, in Hinterhöfen und Garagen Theatertexte ausgepackt. So füllen in diesem Jahr über tausend Einzelkünstler und kleine Gruppen die Stadt mit ihren neusten Auftritten und Ideen. Die Place de l’horloge, die Rue des Teinturiers und der Platz vor dem Papstpalast liefern dabei neben vielen weiteren Spielorten ganz besondere Bühnenbilder.


Auftakt der Theaterwochen mit sehenswertem Programm


Am heutigen Montag feiert der provenzalische Theatersommer seinen Auftakt inmitten des päpstlichen Hofes. Der portugiesische Regisseur Tiago Rodrigues bringt das Stück „La Cerisaie“ („Der Kirschgarten“, Tschechow) auf die Bühne und erzählt mit Schauspielerin Isabelle Huppert eine Geschichte rund um die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft – immer im Wechsel zwischen komödiantischer Leichtigkeit und tragischen Elementen.

Mit großen Themen geht es auch in den nächsten Wochen weiter: Von „Hamlet à l’impératif“, einer modernen Interpretation der Shakespeare-Vorlage durch Regisseur und Festivaldirektor Olivier Py, bis zur akrobatischen Tanz- Aufführung „Ink“ werden noch bis zum 25. Juli ganz unterschiedliche Inszenierungen zu sehen sein.


Tickets und weitere Informationen finden Sie hier.


SR

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