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++ Corona-Update ++ Frankreichs Wege aus dem Lockdown

WISSENSWERT


Der April neigt sich dem Ende zu und damit auch Frankreichs dritter strenger Lockdown, trotz nach wie vor hoher Viruszirkulation. Mit welchen Lockerungen kann das Land wann rechnen – und: Wird es einen Sonderweg für die Côte d’Azur geben?

Premierminister Jean Castex hat am Donnerstagabend zum wiederholten Mal eine Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Frankreich gegeben. Foto: Screenshot Youtube

Premierminister Jean Castex stellte gestern Abend den Stufenplan zur Aufhebung des Lockdowns vor: Ab Montag, 3. Mai, wird die 10-Kilometerbegrenzung um die eigene Wohnung aufgehoben, auch das Reisen zwischen Regionen wird wieder erlaubt. Zusammen fällt dies mit der Wiederaufnahme des Unterrichts an allen Schulen. Dieser soll unter strengen Maßnahmen und mit der Einführung von Selbsttests stattfinden.


Geplant wird von der Regierung außerdem, die Ausgangssperre zu lockern und Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs wieder zu öffnen, allerdings mit reduzierten Zutritts-Kapazitäten. Auf eine neue Uhrzeit für die Ausgangssperre wurde sich bisher nicht geeinigt. Mitte Mai soll es dann weitergehen mit der Eröffnung von Kulturstätten und der Außengastronomie.


Weiterhin unklar bleiben genaue Bedingungen, unter denen diese Öffnungen stattfinden sollen. Es finden zurzeit noch Gespräche mit Experten statt. Dazu kommen nächste Öffnungsetappen, die zum Beispiel Sporthallen, Nachtclubs oder Festivals ins Auge fassen. Auch hier gibt es noch keine genauen Pläne. Abzusehen bleibt die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Frankreich. Die Regierung rechnet damit, dass die täglichen Neuansteckungen im nächsten Monat auf 20.000 sinken und Mitte Mai 20 Millionen Menschen zumindest eine erste Impfdosis erhalten haben werden.


Lage in den Alpes-Maritimes deutlich verbessert


Während die Inzidenzrate frankreichweit im Schnitt bei 337 Infizierten pro 100.000 Einwohnern liegt, ist sie in den Alpes-Maritimes mittlerweile deutlich niedriger (unter 200). Die Departements Var (300-400) und vor allem Bouches-du-Rhône (über 400) zählen noch zu den Gegenden mit der stärksten Viruszirkulation im Hexagon.

Positiv entwickelt sich die Lage zurzeit in den Alpes-Maritimes. Hinter Brest ist Nizza die Stadt mit Frankreichs niedrigster Inzidenzrate mit 198 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen am Mittwoch. Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi fordert deshalb für das Departement ein schnelleres Ende der Beschränkungen und hat dem Gesundheitsministerium einen Vorschlag für ein Hygienekonzept überreicht.


Das achtstufige Protokoll sieht die sofortige Öffnung von Geschäften vor, die Aufhebung der Ausgangssperre und die Öffnung aller Außengastronomien mit Berücksichtigung der Hygieneregeln. Außerdem die Wiedereröffnung von Kulturstätten mit begrenzen Kapazitäten und Tests, Lockerungen für den Besuch in Alten- und Pflegeheimen, Tests an Schulen, die Erweiterung der zugelassenen Impfgruppen und verstärkte Grenzkontrollen.


Eher rein – eher raus?


Da die Alpes-Maritimes vor dem Rest des Landes in den Lockdown gegangen sind, sollten sie auch als erste wieder lockern dürfen, sagt Nizzas Bürgermeister. Voraussetzung sei natürlich, dass die Zahlen weiter rapide sinken, sowie ein strenges Hygienekonzept. Darüber hinaus setzt Estrosi seine Hoffnungen in den russischen Impfstoff Sputnik V, der bisher von der EU nicht zugelassen wurde. Sobald dieser seine Zulassung erhalten habe, solle er schnellstmöglich verimpft werden. Schon jetzt führe die Region dahingehend Verhandlungen.


SL