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++ Corona-Update ++ Macron gibt Schritte aus Lockdown bekannt

Aktualisiert: Mai 17

WISSENSWERT


Trotz landesweit nach wie vor zwar sinkender, aber dennoch hoher Infektionszahlen hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron heute Vormittag den Weg aus dem aktuellen Lockdown vorgestellt. In vier Etappen sollen die Anti-Corona-Maßnahmen ab kommenden Montag, 3. Mai, gelockert werden.




Über langfristige Schritte aus der Gesundheitskrise beraten in diesen Tagen Frankreichs Regierung und Parlament. Ein Gesetzesentwurf zeichnet ein Übergangsszenario für das Land bis zum 31. Oktober, nachdem das zurzeit gültige Notstandsgesetz am 2. Juni ausläuft. Zu diesem Thema sowie einem detaillierten Stufenplan aus dem derzeitigen landesweiten Lockdown hat sich Staatspräsident Emmanuel Macron am heutigen Freitagvormittag gegenüber der Presse geäußert.


(Video, das der Staat am 30. April 2021 der Zeitung Le Parisien zur Verfügung gestellt hat)



Impfungen


Ab morgen, 1. Mai, können frankreichweit auch alle Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren, die an einer chronischen Krankheit leiden, geimpft werden. Die Städte Cannes und Antibes impfen bereits Menschen ab 40 Jahre ohne Vorerkrankung, in Cannes auch Pendler, die in der Festivalstadt arbeiten.


Gesetzesentwurf zur Übergangsphase nach Ende der Notstandslage

Am Ende des Ministerrats am Mittwoch gaben Premierminister Jean Castex und Innenminister Gérald Darmanin eine erste Pressekonferenz zu dem Gesetzesentwurf zum „Zustand gesundheitlicher Wachsamkeit“, der auf das Ende des Gesundheitsnotstands im Juni übergangsweise folgen soll. Dem Parlament wird er in der nächsten Woche vorgelegt.


Der Ausstieg aus der Krise werde „progressiv und schrittweise“ zusammen mit der voranschreitenden Impfkampagne erfolgen, der Wiedereröffnungsprozess werde durch passende Maßnahmen begleitet, mit Rücksicht auf „die Bedürfnisse der Familien, des Berufs und der Gesundheit“, sagte der Premierminister.


Konkret soll das Gesetz die Sicherheit der anstehenden Departement- und Regionalwahlen garantieren, die aktuellen weitreichenden Befugnisse der Regierung werden dagegen eingeschränkt. So bleibt die Möglichkeit erhalten, falls erforderlich, bestimmte öffentliche Einrichtungen zu schließen, während Ausgangssperren abgeschafft werden. Der Notstand kann weiterhin lokal und temporär bei stark verschlechterter Lage verhängt werden.


Fester Bestandteil ist auch der Gesundheitspass, der ab Juni als europäische Initiative eingeführt wird und über Tests, Impfungen und Immunitäten Auskunft gibt. So sollen Reisen und der Zutritt zu Sport- und Kulturveranstaltungen erleichtert werden. Wo Castex nur einige Punkte ausführte, hat Macron heute Vormittag ausführlichere Informationen geliefert.



Vier Schritte aus dem Lockdown


Ab 3. Mai:

Vorab in den Medien bekannt wurden am Donnerstagmittag weitere konkrete Öffnungsschritte, die Macron in einem Öffnungszeitplan verkünden wird. Während am kommenden Montag, 3. Mai, die Schulen wieder öffnen und die Reisebeschränkungen (und damit auch der 10-km-Radius, in dem man sich aktuell bewegen darf) aufgehoben werden, bleibt die Ausgangssperre zwischen 19 und 6 Uhr zunächst bestehen.


Die Öffnungsschritte der nächsten Etappen gelten vorbehaltlich der lokalen gesundheitlichen Situation. Ein spezieller Augenmerk gilt der Möglichkeit, dass sich eine Virusvariante als resistent gegenüber den Impfungen erweisen könnte. Wenn ein Departement die Zahl von 400 Fällen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschreitet, greifen wieder strengere Maßnahmen. Das ist in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) aktuell im Departement Bouches-du-Rhône der Fall. Unterdessen wurden auch in Frankreich erste Fälle der indischen Variante entdeckt.


Ab 19. Mai:

  • Öffnung aller Geschäfte unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen

  • Öffnung von Sport- und Kultureinrichtungen und Veranstaltungen mit bis zu 800 Menschen innen und 1000 außen (mit Hygienekonzept)

  • Öffnung der Außengastronomie mit bis zu sechs Personen pro Tisch

  • Ausgangssperre ab 21 Uhr

  • Zusammenkünfte bis zu zehn Menschen


Ab 9. Juni:

  • Lockerungen für die Arbeit im Home-Office

  • Öffnung der Innengastronomie mit bis zu sechs Personen pro Tisch

  • Öffnung von Sporthallen und Erweiterung des Sportangebots: Kontaktsport draußen möglich, kontaktfreier Sport innen

  • Ausgangssperre ab 23 Uhr

  • Einführung des europäischen Gesundheitspasses für Veranstaltungen bis 5000 Personen und den Tourismus


Ab 30. Juni Rückkehr zum (fast) normalen Leben:

  • Vollständige Aufhebung der Ausgangssperre

  • Ende der zahlenmäßigen Beschränkung von Personen in Einrichtungen mit Publikumsverkehr – sofern die jeweilige lokale gesundheitliche Lage dies zulässt und unter Einhaltung der Hygiene-Gebote

  • Teilnahme an Veranstaltungen aller Art mit über 1000 Personen mit Gesundheitspass

  • Diskotheken bleiben bis auf weiteres geschlossen

Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen

Frankreichweit verbessert sich die Gesundheitslage langsam, aber stetig mit um die 30.000 täglichen Neuinfektionen und einem R-Wert von 0,89. Die Inzidenzrate (positiv Getestete je 100.000 Menschen) liegt frankreichweit bei 289,5. Die Impfquote steigt stetig an, am 28. April hatten 14,9 Millionen Franzosen und Französinnen zumindest eine Impfdosis erhalten.


Im Departement Alpes-Maritimes (Côte d'Azur) sieht die Lage mittlerweile deutlich besser aus. Seit Anfang April sinken die Zahlen kontinuierlich, die Situation hat sich von der landesweit schlimmsten zu einer der besten entwickelt. In den Alpes-Maritimes starb am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal seit November keine Person mit oder an Covid-19. In Cannes können sich seit dem 28. April alle Menschen ab 40 Jahren um einen Impftermin bemühen.

Sich auf die stark verbesserte Entwicklung berufend, fordert das Departement Alpes-Maritimes weiterhin weitreichende Öffnungen, noch vor dem Rest des Landes. Hierfür legten Bürgermeister der Regierung ein achtstufiges Hygienekonzept vor. Eine Entscheidung steht derweil noch aus.


Weitere Sonderwünsche kommen von Lionnel Lucas, dem Bürgermeister von Villeneuve-Loubet, der sich mit der Forderung an den Präfekten Bernard Gonzalez wendet, die Maskenpflicht an Häfen, Stränden und Parks seiner Gemeinde aufzuheben. Die Präfektur schreibt in einer Antwort, dass das „derzeit bis zum 3. Mai geltende Präfekturdekret in den nächsten Tagen unter Berücksichtigung der günstigen Entwicklung der Gesundheitssituation angepasst“ werde.


Am schlimmsten ist die Situation innerhalb der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur (PACA) im Departement Bouches-du-Rhône (Inzidenzrate von 474). Auch im Vaucluse liegt die Inzidenzrate mit 362 deutlich über dem nationalen Durchschnitt.



Frankreich

(Stand gestern, 29. April)

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