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++ Corona-Update ++ Teil-Lockdown für die Côte d’Azur

WISSENSWERT


Nun ist eingetreten, was seit Wochen zu befürchten war: Die Infektionszahlen im Departement Alpes-Maritimes sind derart hoch und die Lage in den Krankenhäusern so bedenklich, dass zunächst für die kommenden beiden Wochenenden ein Lockdown beschlossen wurde. Für die Städte im Küstenstreifen zwischen Théoule-sur-Mer und Menton bedeutet das eine Ausgangssperre wie im vergangenen Oktober: Ein Verlassen der eigenen vier Wände ist nur mit zwingenden Gründen gestattet.


Foto: Krustovin August, Pixabay

Im Departement Alpes-Maritimes lag die 7-Tages-Inzidenz am vergangenen Freitag, 19. Februar, bei 580 Infizierten je 100.000 Einwohner und dürfte seither noch agestiegen sein; in Nizza liegt sie aktuell bei über 700. Die britische Variante ist hier bereits für mehr als 50 Prozent der Fälle verantwortlich.


Gesundheitsminister Olivier Véran war am Samstag, 20. Februar, vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Und das von vielen bereits erwartete Ergebnis wurde am heutigen Montagmittag vom Präfekten bestätigt: An den kommenden beiden (Ferien-) Wochenenden müssen die Menschen zwischen Théoule-sur-Mer und Menton (siehe Karte unten) zu Hause bleiben, sofern kein triftiger Grund vorliegt. Nizza, Cannes, Grasse, Antibes und 59 weitere Städte und Gemeinden sind betroffen. Jegliches Verlassen des Zuhauses zwischen 18 Uhr am Freitag und 6 Uhr am Montag muss erneut mit einer Ausgeh-Bescheinigung (attestation de déplacement dérogatoire) gerechtfertigt werden. Zu den triftigen Gründen zählen u.a. Arbeit, Lebensmitteleinkauf, medizinische Gründe, Spaziergänge und Sport für eine Stunde im Radius von fünf Kilometern ums eigene Domizil.


In Orange die Städte, die vom Wochenend-Lockdown betroffen sind

Schließen müssen überdies Geschäfte und Einkaufszentren mit einer Fläche von über 5000 Quadratmetern, wobei Lebensmittelläden und Apotheken geöffnet bleiben und die übrigen per Click & Collect oder Lieferung arbeiten dürfen. Diese Regelung gilt ab dem morgigen Dienstag, 22. Februar.


Und als dritte Sofortmaßnahme gilt nun eine Maskenpflicht an allen Orten mit Menschenaufkommen im gesamten Departement.


Kritik am Lockdown


Der Teil-Lockdown, der unter anderem von Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi (Les Républicains, LR) gefordert worden war, wird auch kritisiert. So hält der Bürgermeister von Antibes, Jean Leonetti (LR), die Maßnahme aus gesundheitlicher Sicht für unnütz und grundsätzlich für demotivierend. Man wisse, dass die Ansteckungsgefahr innerhalb von Familien und am Arbeitsplatz – und zwar in Innenräumen – am größten sei. Diese zwei Wochenenden würden das Pandemie-Geschehen nicht bremsen, so Leonetti weiter. Sinnvoller wäre es seiner Ansicht nach gewesen, schon längst einen strikten Lockdown zu erlassen und gleichzeitig massiv zu impfen.


Krankenhäuser schlagen Alarm


In den Krankenhäusern an der Côte d’Azur ist die Situation besorgniserregend. Die Intensivbetten sind so gut wie vollständig belegt, 20 bis 30 Prozent der anberaumten Operationen würden bereits verschoben, und das Durchschnittsalter der wegen Covid-19 hospitalisierten Patienten sei auf 60 gesunken.


AS


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