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  • RivieraZeit editorial

++ Corona-Update ++ Total-Lockdown für die Côte d’Azur, mehr Freiheit inklusive

WISSENSWERT


Insgesamt 16 Departements in Frankreich gehen heute Abend in den vollständigen Lockdown, darunter die Alpes-Maritimes im äußersten Südosten. Die übrigen Departements in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) sind nicht betroffen. Dort wird, im Gegenteil, die nächtliche Sperrstunde um eine Stunde nach hinten verlegt: von 18 auf 19 Uhr.


Premierminister Jean Castex bei seiner gestrigen Pressekonferenz. Foto: Screenshot Youtube

Wie der französische Premierminister Jean Castex gestern Abend in einer neuerlichen TV-Ansprache sagte, gelten die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ab heute, 19. März, um Mitternacht und zwar für vorerst vier Wochen. Betroffen sind folgende 16 Departements ganz im Norden sowie die Alpes-Maritimes im Südosten: Paris, Seine-et-Marne, Yvelines, Essonne, Hauts-de-France, Seine-Saint-Denis, Val-de-Marne, Val-d'Oise (alle Region Ile-de-France); Aisne, Nord, Oise, Pas-de-Calais, Somme (alle Region Hauts-de-France); Seine-Maritime, Eure, Alpes-Maritimes.

In den rot eingefärbten Departements gilt ab heute um Mitternacht ein mindestens vierwöchiger strenger Lockdown. Foto: Screenshot Website der französischen Regierung

Konkret bedeutet der Lockdown in den genannten Departements: Der Unterricht für Schüler läuft normal weiter wie bisher, im Lycée (Oberstufe) jeweils mit halber Klassenstärke. Sportunterricht im Freien darf stattfinden, auch privater Vereinssport der Kinder und Jugendlichen, sofern er an der frischen Luft praktiziert wird. Geschäfte müssen weitgehend schließen; Ausnahmen bilden wie gewohnt Lebensmittelläden, Apotheken etc., aber auch Buchläden und Friseure. Restaurants und Cafés bleiben selbstverständlich weiterhin geschlossen. Reisen in andere Regionen sind verboten, außer im Fall von zwingenden beruflichen oder privaten Gründen. Wo immer es möglich ist, soll an mindestens vier von fünf Tagen im Homeoffice gearbeitet werden.



Trotzdem mehr Freiheit – an der frischen Luft


Die persönliche Freiheit für Sport im Freien, Spazier- oder Gassigänge wird im Gegenzug erweitert: Ohne zeitliche Beschränkung dürfen die Menschen in den betroffenen Departements ab morgen an die frische Luft gehen – innerhalb eines Radius von zehn Kilometern (hier ein Tool zur Berechnung seines privaten Radius) und bis maximal 19 Uhr. An den vergangenen Wochenenden war dies in 63 küstennahen Städten der Alpes-Maritimes auf eine Stunde innerhalb eines 5-Kilometer-Radius beschränkt.


Festen Einzug ins Leben hält in allen 16 Departements, in denen mit 21 Millionen Menschen übrigens ein Drittel aller Franzosen leben, wieder die Ausgeh-Bescheinigung (attestation de déplacement dérogatoire): Sobald das Zuhause verlassen wird, muss eine solche Bescheinigung ausgefüllt und mitgeführt werden. Am einfachsten geht dies über das Smartphone, zum Beispiel auch über die App „TousAntiCovid“. Ins Spiel kommt die attestation auch in den übrigen Landesteilen während der nächtlichen Sperrstunde zwischen jetzt 19 und 6 Uhr.


Die genannten Maßnahmen gelten für vorerst vier Wochen und könnten, wenn notwendig, auf weitere Regionen ausgedehnt werden, hat der Premierminister angekündigt. Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi wiederum rang ihm das Versprechen ab, den Alpes-Maritimes Lockerungen zu gewähren, wenn die Inzidenzzahl dort weiter sinkt.


Die Perspektive, die Castex für das Land sehe, laute „Impfung“: Bis Mitte April sollen frankreichweit zehn Millionen Menschen geimpft sein, 20 Millionen bis Mitte Mai und 30 Millionen bis Juni.



Zahlen im Süden


Die 7-Tagesinzidenz liegt im Departement Alpes-Maritimes aktuell bei 446 Sars-Cov-2-Infizierten pro 100.000 Einwohner. Im benachbarten Var liegt die Zahl bei 334, in den Bouches-du-Rhône bei 317. In den drei übrigen Departements der Region PACA (Provence-Alpes-Côte d’Azur) liegt die Inzidenz zwischen 200 und 300.


AS

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