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+ Corona-Update + Zweites Lockdown-Wochenende an der Côte d’Azur

WISSENSWERT


Heute Abend geht es im Departement Alpes-Maritimes in den zweiten Wochenend-Lockdown. In 63 Städten der Küstenregion darf das Zuhause bis Montag dann nur noch mit triftigem Grund verlassen werden, denn die Viruszirkulation ist nach wie vor die höchste des Landes. Anders als befürchtet bleibt das Nachbardepartement Var vom Shutdown verschont, steht aber neben 22 weiteren auf der Liste der streng unter Beobachtung stehenden Departements, wie der französische Premierminister gestern Abend in einer TV-Ansprache sagte. Mit landesweiten Lockerungen könne frühestens Mitte April gerechnet werden.


Premierminister Jean Castex gestern Abend bei seiner TV-Ansprache. Foto: Screenshot Youtube

Einmal mehr ergriff Premierminister Jean Castex an der Seite von Gesundheitsminister Olivier Véran gestern Abend das Wort und erklärte dem Volk in seiner rund einstündigen Pressekonferenz die weiteren Schritte im Kampf gegen das Coronavirus. Man befinde sich in einem Wettlauf gegen die Zeit, so Castex: In den kommenden Wochen gelte es, die Varianten einzudämmen, schneller zu impfen und die Ansteckungen zu limitieren. Für jeden einzelnen bedeute dies vor allem, die soziale Kontakte weiterhin stark einzuschränken und doppelte Vorsicht walten zu lassen.


Departements unter Beobachtung


23 Departements befinden sich wegen starker Viruszirkulation (Inzidenzrate über 250) unter besonderer Beobachtung, darunter in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) die Alpes-Maritimes, das Var, die Bouches-du-Rhône und seit gestern auch die Hautes-Alpes. Hier müssen große Geschäfte (über 10.000 qm) geschlossen bleiben und überall im urbanen Raum Masken getragen werden.

Neben dem Negativ-Champion Alpes-Maritimes mit einer Inzidenzrate von 561 gilt an diesem Wochenende auch ein Lockdown für das Departement Pas-de-Calais sowie den Großraum Dünkirchen.


Das Var, in dem sich die Krankenhausbetten besorgniserregend füllen, ist einem Wochenend-Lockdown knapp entkommen. Der Präfekt verschärft jedoch die Hygienemaßnahmen. Dazu zählt, dass zunächst bis einschließlich 23. März sämtliche Floh- und Antikmärkte abgesagt sind und im öffentlichen Raum kein Alkohol getrunken werden darf.


Impfkampagne


In den französischen Altenheimen sind mittlerweile gut 80 Prozent der Bewohner ein erstes Mal geimpft; etwa 60 Prozent haben bereites die erforderlichen zwei Dosen erhalten. Ab sofort können sich Menschen der Altersgruppe 65 bis 74 mit Vorerkrankungen bei ihrem Hausarzt mit AstraZeneca impfen lassen, ab dem 15. März auch in der Apotheke (ohne Vorlage eines Rezeptes).


Die Altersgruppe 50 bis 74 ohne Vorerkrankungen soll ab Mitte April dran sein – einen Monat früher als ursprünglich geplant. Bis Mitte Mai sollen in Frankreich laut Premierminister 20 Millionen Menschen geimpft sein, bis zum Sommer 30 Millionen, was zwei Dritteln der Bevölkerung über 18 Jahren entspricht. Um das Impftempo zu steigern, sollen Impfzentren auch am Wochenende öffnen.


Das besonders betroffene Departement Alpes-Maritimes hat in Absprache mit dem Gesundheitsminister zusätzliche Impfdosen zugeteilt bekommen, um das Virus einzudämmen. Bis zum vergangenen Mittwoch, 3. März, waren dort knapp 100.000 Dosen gespritzt. 13.000 weitere Dosen liegen bereit, um an diesem Wochenende (trotz Lockdowns) zum Einsatz zu kommen. Impfen lassen können sich hier alle Menschen ab 75, diejenigen zwischen 50 und 74, die eine Vorerkrankung haben, sowie medizinisches Personal.


Ein Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen:


Frankreich (Stand gestern, 4. März)

Die Zahl der täglichen Neu-Infektionen liegt regemäßig bei über 20.000.

  • 25.279 Neu-Infizierte in 24 Stunden

  • 3633 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation

  • 24.891 Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus

  • 71,8 Prozent Auslastungsgrad in den Intensivstationen (bezogen auf die ursprüngliche Bettenkapazität, die seit Ausbruch der Pandemie jedoch erhöht wurde)

  • 293 Tote (im Krankenhaus) in 24 Stunden (87.835 seit Ausbruch des Virus, Summe aus Krankenhäusern und Altenheimen)

  • 1,07 R-Wert (Anzahl der Personen, die von einer infizierten Person durchschnittlich angesteckt werden; Daten von vor 6 Tagen)

  • Inzidenzrate: 220,4 (Infizierte je 100.000 Menschen; Daten von vor 4 Tagen)

  • 3,25 Millionen Menschen haben eine erste Impfdosis erhalten (Stand 3. März)


Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) Betrachtet werden die jüngsten Zahlen der regionalen Gesundheitsbehörde ARS PACA, veröffentlicht am gestrigen Donnerstag, 4. März. Die ohnehin hohe Viruszirkulation in der Region ist in den vergangenen Tagen weiter leicht gestiegen. Vor allem bei den unter 20-Jährigen steigen die Infektionszahlen.

Das Departement Alpes-Maritimes weist nach wie vor bei Weitem die höchsten Zahlen auf – aber in allen übrigen Departements der Region, mit Ausnahme der Bouches-du-Rhône, wird ebenfalls ein Anstieg verzeichnet.

Der Anteil der britischen Virus-Variante ist in der gesamten Region mittlerweile führend; die brasilianische und die südafrikanische Variante bleiben die Ausnahme.


  • 7771 Menschen sind in der Region seit Beginn der Pandemie an oder mit Covid-19 verstorben (Krankenhaus + Altenheim)

  • 1541 Menschen mit Covid-19 werden im Krankenhaus auf der normalen Station behandelt (-12 in 24 Stunden).

  • 481 Corona-Patienten liegen auf der Intensivstation (+9 in 24 Stunden)

  • 36 Menschen mit Covid-19 sind innerhalb von 24 Stunden im Krankenhaus gestorben

  • 87,6 Prozent der Intensivbetten in der Region sind belegt (100,2 Prozent der ursprünglichen Bettenzahl)

  • 499 aktive Cluster

  • Inzidenzrate: 360 (Vorwoche: 369)

  • 1163 Menschen befinden sich im Anschluss an ihre Covid-19-Erkrankung in einer Reha-Einrichtung (-24 in 24 Stunden)

  • 248.263 Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten, 136.264 auch die zweite (Stand 1. März)



Ein Blick in die größten Departements der Region

(Zahlen vom 4. März)


Alpes-Maritimes

  • 372 Menschen sind auf der normalen Station hospitalisiert (-6 in 24 Stunden)

  • 119 liegen auf der Intensivstation (+1 in 24 Stunden)

  • 87,3 Prozent der Intensivbetten sind belegt

  • 1094 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+6 in 24 Stunden)

  • 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 561


Bouches-du Rhône

  • 656 Menschen sind auf der normalen Station hospitalisiert (+4 in 24 Stunden)

  • 254 liegen auf der Intensivstation (+5 in 24 Stunden)

  • 88,8 Prozent der Intensivbetten sind belegt

  • 2717 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+12 in 24 Stunden)

  • 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 320


Var

  • 261 Menschen sind auf der normalen Station hospitalisiert (+2 in 24 Stunden)

  • 71 liegen auf der Intensivstation (+2 in 24 Stunden)

  • 88,2 Prozent der Intensivbetten sind belegt

  • 966 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+9 in 24 Stunden)

  • 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 329



Monaco Im Fürstentum wurden am gestrigen Donnerstag 16 neue Fälle bekannt, wobei nur die Zahlen der in Monaco lebenden Menschen in die Statistik einfließen. Seit Beginn der Pandemie wurden in Monaco insgesamt 1997 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. Aktuell werden 28 Patienten mit Covid-19 stationär im CHPG behandelt, darunter acht Menschen auf der Intensivstation (vier Residenten).

121 positiv Getestete mit geringen Symptomen befinden sich in häuslicher Quarantäne und werden vom Centre de Suivi à Domicile betreut.



Weitere Infos rund um Covid-19 in Frankreich


Einreisebestimmungen

Die Ein- und Ausreise aus bzw. in Nicht-EU-Staaten ist seit 31. Januar verboten, sofern kein zwingender Grund vorliegt. Wer aus einem EU-Staat nach Frankreich einreist, musst zwingend einen PCR-Test vorlegen (Ausnahme: Grenzgänger).


Tracking-App: TousAntiCovid

Seit dem 22. Oktober steht in Frankreich die neue Version der Anti-Corona-App zum Download bereit. „TousA