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  • RivieraZeit editorial

Dicke Luft an der Côte: Sport im Freien sollte unterbleiben

WISSENSWERT


Diesiges Wetter, schlechte Luft: Bereits seit mehreren Tagen breitet sich eine Art Staubwolke über der Côte d’Azur aus. Saharawinde blasen große Mengen Wüstenstaub in den Norden. Heute und morgen gilt im Departement Alpes-Maritimes daher die höchste Feinstaub-Warnstufe: Sport im Freien sollte vermieden und Autos stehen gelassen werden.


Luftqualität in der Region PACA heute (links) und morgen: je dunkler die Farbe, desto schlechter die Luft.

Der Scirocco-Wind – ein typisches Wetterphänomen im Mittelmeerraum – sorgt in diesen Tagen durch ein Tiefdruckgebiet in der Sahara für warme, trockene, mit Staub und Sand beladene Lüfte an der Riviera. Vor allem bei Outdoor-Aktivitäten ist Vorsicht geboten, speziell Menschen mit Atemwegsbeschwerden sollten jegliche Anstrengung im Freien vermeiden. Die Qualität der Luft soll sich nicht vor Ende der Woche bessern.


Von zu hoher Feinstaubbelastung betroffen sind heute drei Departements der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA): Das höchste Niveau 2 (vigilance renforcé tout public) gilt für das Küsten-Departement Alpes-Maritimes sowie die Hautes-Alpes; in den Alpes-de-Haute-Provence gilt Warnstufe 1 (vigilance tout public).


Nach Angaben des Verbands zur Beobachtung der Luftqualität AtmoSud kommen zum Saharastaub weitere Feinstaubquellen hinzu, verursacht vor allem durch den Straßenverkehr, Industrie und Heizungen. Außerdem herrscht für Allergiker bereits wieder Pollenalarm.


In den betroffenen Departements wird empfohlen:

• Anstrengende Aktivitäten und Sport im Freien zu reduzieren

• auf den öffentlichen Nah- und Fernverkehr zurückzugreifen oder Fahrgemeinschaften zu bilden, statt mit dem eigenen Wagen zu fahren

• auf die Nutzung von Farben und Lösungsmitteln sowie das Düngen zu verzichten

• offene Kamine und alte Öfen nicht zu benutzen


Die Maximalgeschwindigkeiten auf den Straßen sind um 20 km/h auf bis zu 70 km/h reduziert (außer im Stadtgebiet). Verboten ist jegliches Verbrennen von Grünschnitt.


Der Scirocco beschreibt ein Phänomen, bei dem trockener Wüstenwind den Mittelmeerraum erreicht. Vor allem im Frühjahr und im Herbst gibt es große Unterschiede der Lufttemperatur zwischen Nord und Süd. Um diese auszugleichen, entstehen Luftströme, die die Luft aus der Sahara anheben. Dadurch entwickelt sich in der Sahara ein Tiefdruckgebiet, das die Luftunterschiede am Boden noch weiter verstärkt. Schließlich kommt es zu einer erhöhten Windgeschwindigkeit, die den Saharastaub aufwirbelt und nach Norden bringt.


DW



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