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Diesen Sommer nach Südfrankreich reisen? – Ein Stimmungsbild

WISSENSWERT


Ein Urlaub an Südfrankreichs azurblauer Küste, ist das im Moment möglich? Lohnt es sich unter den gegebenen Umständen überhaupt? Was sind die Bestimmungen, wie kann ich einreisen und was muss ich beachten? Hier ein Überblick zur aktuellen Lage und zur Stimmung im Süden. Unser Fazit: positiv, aber mit viel Vorsicht und Rücksicht.


Azurblaues Wasser und erste Touristen an der "Plage de la Garoupe" am Cap d’Antibes. Foto: Anna Leitz


Die Zahlen


Weiterhin ist die Inzidenz an der Côte d’Azur (Departement Alpes-Maritimes) mit 44,7 Fällen pro 100.000 Einwohnern (Stand 23. Mai) eine der Besten in ganz Frankreich. Frankreichweit liegt der Durchschnittswert bei 123,9. Die Zahl der Neuinfektionen schwankt landesweit zwischen täglich 10.000 und 15.000. Abzuwarten bleibt der Effekt der weitreichenden Lockerungen vom 19. Mai. Auch bei den Impfungen geht es in großen Schritten voran: Landesweit sind knapp 24 Millionen Menschen zumindest einmal geimpft, was ca. 36 Prozent der Bevölkerung entspricht. In der Region PACA sind es 1,83 Millionen Geimpfte. Am 31. Mai wird die Impfung für alle geöffnet.


Die Bestimmungen


In vier Etappen bis Ende Juni plant die Regierung die Rückkehr zum (fast) normalen Leben. Seit dem 19. Mai ist die Außengastronomie offen und gut besucht. Alle Geschäfte und kulturelle Einrichtungen wie Theater, Kinos und Museen sind unter Einhaltung eines Hygienekonzepts wieder geöffnet. Der Beginn der Sperrstunde wurde von 19 auf 21 Uhr verschoben.


Der nächste Lockerungsschritt folgt am 9. Juni unter anderem mit der Öffnung der Innengastronomie, Möglichkeiten größerer Veranstaltungen und Ausgangssperre ab 23 Uhr.

Den Stufenplan der Regierung bis Ende Juni können Sie hier nachlesen.


Die Einreise


Die Einreise nach Frankreich ist für Reisende aus Europa und der Schweiz möglich mit einem höchstens 72 Stunden alten negativen PCR-Test und einer Erklärung zur Symptomfreiheit. Im Hexagon sind alle Tests für jeden kostenlos, auch für Reisende aus dem Ausland. Die EU-Binnengrenzen kontrolliert Frankreich noch bis Ende Oktober. Nachzulesen sind die Regelungen auch zum Beispiel auf der Seite des deutschen Auswärtigen Amtes und auf der Seite des französischen Innenministeriums, wo Sie auch die notwendigen Formulare finden.


Empfohlen wird die Installation der französischen Corona-App „TousAntiCovid“, auf der zusätzlich zur Funktion der Kontaktverfolgung auch aktuelle Zahlen, Nachrichten und Informationen zur Impfung veröffentlicht werden sowie das Formular zum Aufenthalt draußen während der Sperrstunde ausgefüllt werden kann. Das Formular ist auch als PDF abrufbar.


Über die App erfolgt zudem die Registrierung des Europäischen Gesundheitspasses, der das innereuropäische Reisen und den Zugang zu Veranstaltungen etc. ab Juni vereinfachen soll. Per Scan kann einheitlich eingetragen und geprüft werden, ob eine Person getestet, geimpft oder genesen ist.


Anreise und Aufenthalt


Wer nicht mit dem Auto fahren möchte, kann mit dem Zug aus dem europäischen Ausland nach Frankreich reisen: Die Bahnverbindungen bestehen, wenn auch noch eingeschränkt. Informationen und Zugangebot bei der französischen Bahngesellschaft SNCF. Im Sommer nimmt auch der Flugverkehr zum Flughafen Nice Côte d’Azur wieder an Fahrt auf: das Angebot ist zwar noch nicht auf Vorpandemieniveau, wurde aber deutlich ausgeweitet.


Seit die ersten Hotels und Pensionen Anfang Mai wieder ihre Pforten für Gäste öffnen, steigt die Zahl der Buchungen. Auch Campingplätze sind geöffnet. Es wird mit einem vollen Sommer an der Côte d’Azur gerechnet, auch wenn das Publikum in diesem Jahr wohl noch einmal weniger international ausfällt. Zuletzt überholte das Var die Hauptstadt Paris mit Vorreservierungen beim Ferienwohnungsvermittler Airbnb. Mit seinen Möglichkeiten zum Urlaub in der Natur und mit der Familie kann das Departement an Frankreichs Südküste diesen Sommer wohl besonders punkten.


Auch an der "Plage de la Gravette" in Antibes ist wieder mehr los. Foto: Anna Leitz


Stimmung, Kultur und Ausflugsziele


Nach eigener Einschätzung ist die Stimmung seit der Öffnung der Außengastronomie und der Verschiebung der Sperrstunde positiv, mit Vorfreude auf die nächsten Monate. Seit Anfang Mai werden die Nummernschilder auf den Straßen der Côte d’Azur internationaler und an Stränden und in den Orten ist wieder deutlich mehr Englisch, Italienisch und Deutsch zu hören als in den vergangenen Monaten.


Natürlich wird der Urlaub nicht wie in Vorpandemiezeiten stattfinden können, unter Beachtung der Regeln und Hygienemaßnahmen ist aber einiges möglich. Museen, Theater und Geschäfte sind geöffnet, die Cafés und Terrassen gut besucht. Einzig für die Diskotheken gibt es noch keine Öffnungspläne.


Unter Einhaltung der Hygienekonzepte sind im Juni und Juli auch größere kulturelle Veranstaltungen geplant, wie zum Beispiel die Klassiker „Jazz à Juan“ in Juan-les-Pins, die „Nuits Carrés“ in Antibes, das „Nice Jazz Festival“ oder das Theaterfestival in Avignon.


Und nicht zuletzt bietet die Region unzählbare Möglichkeiten für Ausflüge in die Natur, zum Beispiel zum Wandern an die Küste, in die Berge oder per Boot aufs Meer, wo man größeren Menschen-Ansammlungen auch bequem ganz aus dem Weg gehen kann.


Bon Voyage!


Svetlana Leitz