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  • RivieraZeit editorial

Feuer noch immer nicht unter Kontrolle, erste Tote sind zu beklagen

Auch 48 Stunden nach Ausbruch des verheerenden Feuers in der Urlaubsregion nordwestlich von Saint-Tropez sind die Flammen noch immer nicht unter Kontrolle. Heftige Winde fachen die beiden Brandherde bei Cogolin-La Môle und bei Le Cannet-des-Maures immer wieder an. Unterdessen sind zwei Todesopfer und 26 Verletzte zu beklagen. Mehr als 7000 Hektar sind verbrannt.



Das bisher schlimmste Feuer des Jahres an der Côte d’Azur brennt seit Montag, 16. August, am späten Nachmittag im Departement Var. Ausgehend offenbar von einem Brandherd an einer Autobahn-Raststätte bei Gonfaron haben extreme Trockenheit, Hitze und starker Wind dazu geführt, dass sich das Feuer rasend schnell Kilometer um Kilometer vorwärts fraß. Tausende Menschen, darunter zahlreiche Urlauber auf Campingplätzen, mussten evakuiert werden. Heute konnten erste Urlauber zumindest auf einen der geräumten Plätze zurückkehren (PachaCaïd in La Môle); 520 Autos wurden dazu am frühen Abend von Polizeiwagen dorthin eskortiert. Alle übrigen evakuierten Urlauber müssen vorerst weiter in Notunterkünften in umliegenden Orten ausharren. In Le Plan-de-la-Tour unweit von Saint-Tropez wurde heute ein achter Campingplatz geräumt.


Die Präfektur des Var geht von insgesamt etwa 10.000 evakuierten Personen seit Ausbruch des Feuers aus. Untergebracht wurden sie in 15 Turnhallen und Gemeindesälen in Bormes-les-Mimosas, Cavalaire, Cogolin, La Croix-Valmer, Grimaud, Le Lavandou und Sainte-Maxime. Wer keine ausdrückliche Erlaubnis von den Ordnungskräften hat, darf vorerst nicht in sein Domizil zurückkehren.


Feuerwehr erwartet weitere Verstärkung


Mittlerweile kämpfen 1200 Feuerwehrleute auch aus umliegenden Departements gegen die Flammen, weitere Verstärkung wird erwartet. Das Aufgebot an Löschfahr- und flugzeugen ist ebenfalls enorm: 250 Feuerwehrwagen sind im Einsatz sowie bei Tageslicht 5 Canadair- und 2 Dash-Löschflugzeuge und 4 Löschhubschrauber.


In rund 400 Haushalten in sieben Orten (Grimaud, Cogolin, Le Cannet-des-Maures, Collobrières, Gonfaron, La Môle, La Garde-Freinet) wurde heute die Stromversorgung unterbrochen.


Straßen und Autobahn gesperrt


Zahlreiche Straßen in der Gegend sind gesperrt, darunter die RD33 (Le Luc-Les Mayons) ; RD75 (Gonfaron-La Garde-Freinet) ; RD558 (La Garde-Freinet – Grimaud) ; RD14 (Grimaud) ; RD2048 (Grimaud) ; RD27 (La Môle) ; RD98 (La Môle – Cogolin, gesperrt nur in der Richtung La Môle – Cogolin) ; RD 48 (Vidauban – La Grade Freinet) ; RD 74 (Vidauban – Plan de la Tour).


Tagsüber musste heute wegen starken Rauchs die Autobahn A57 zwischen Ausfahrt 10 (Cuers) und 13 (Le Cannet-des-Maures) in beiden Richtungen gesperrt werden. Eine Umleitung wurde über die RD43 Richtung Brignoles ausgewiesen.


Auf der Autobahn A8 ist die Geschwindigkeit in den feuernahen Bereichen auf 70 km/h reduziert.


Nach wie vor gilt, dass Autofahrer vorerst nicht die sehr touristische und in der Urlaubszeit stark frequentierte Gegend zwischen Bormes-les-Mimosas und dem Golf de Saint-Tropez befahren sollen, um Rettungswege nicht zu blockieren und sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Schaulustige, die auf der Jagd nach Fotos oder Videos vom Brand sind, werden aufgefordert, dies zu unterlassen.


AS



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