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  • RivieraZeit editorial

Größtes Feuer Frankreichs gilt endlich als vollständig gelöscht

Seit heute Mittag gilt das Feuer, das sich Anfang vergangener Woche bei Gonfaron im Hinterland von Saint-Tropez (Departement Var) entzündet hatte, als gelöscht. 7100 Hektar Wald und Grünfläche im teilweise geschützten Mauren-Massiv sind den Flammen zum Opfer gefallen, zwei Menschen starben.


Nachdem sich der Brand zunächst mehrere Tage lang bei starkem Wind immer weiter vorgefressen hatte, war er am Wochenende in seinem Umfang eingedämmt. Heute, nach zehn Tagen, gilt er endlich als vollständig gelöscht. Gefahr geht jedoch nach wie vor von möglichen Glutnestern in der Asche aus. Einige Feuerwehrfahrzeuge seien nach wie vor auf Patrouille, um sicherzustellen, dass es kein Wiederaufflackern gibt. Mit einer Rückkehr des Mistralwindes am Donnerstag, 26., und Freitag, 27. August, bei fortdauernder Trockenheit steigt die Gefahr erneut.


Rund 1200 Feuerwehrleute aus mehreren Departements waren im frankreichweit größten Feuer des Jahres rund um die Uhr beschäftigt, den Brand unter Kontrolle zu bringen – mehr als je zuvor, ließ Präfekt Everence Richard wissen. 250 Fahrzeuge, fünf Löschflugzeuge vom Typ Canadair und vier Hubschrauber waren zudem im Dauereinsatz. Rund 7500 Personen, vor allem auf Campingplätzen, mussten evakuiert werden, wichtige Landstraßen waren tagelang gesperrt, teilweise sogar die Autobahn. Der Campingplatz Charlemagne bei Grimaud wurde vollständig zerstört, Menschen kamen dort jedoch nicht zu Schaden.



Der folgende Film der Feuerwehrleute aus dem Var zeigt Momente aus den ersten Stunden nach Ausbruch des Feuers am 16. August:



Die riesige verbrannte Fläche im Hinterland des Golf de Saint-Tropez ist sogar auf Satellitenbildern deutlich zu erkennen. Etwa die Hälfte des Naturschutzgebietes Réserve Naturelle Nationale de la Plaine des Maures wurde Opfer der Flammen. Für Flora und Fauna eine Katastrophe, speziell für die vom Aussterben bedrohte Hermanns-Schildkröte, die genau in der vom Feuer betroffenen Gegend ihren wichtigsten Lebensraum im Hexagon hat. Zahlreiche tote Schildkröten sind bereits gefunden worden. Auch andere Tiere, darunter Wildschweine, haben das Feuer nicht überlebt.


Schildkröten nicht umsiedeln!


Die Präfektur des Var weist darauf hin, dass lebende Schildkröten, die auf dem Brandgebiet gefunden werden, dort belassen und nicht gefüttert werden sollen. Sie seien Perioden ohne zu fressen oder zu trinken gewöhnt; die Population werde sich in den kommenden Jahren erholen, hoffen Naturschützer. Im kommenden Frühjahr werden die verbrannten Stellen erfahrungsgemäß wieder mit erstem Grün überzogen sein.


  • Wer eine unverletzte Schildkröte finde, könne diese an einem ruhigen, schattigen Ort zehn Minuten lang in einen 4 bis 5 Zentimeter hoch mit Wasser gefüllten Behälter setzen. Anschließend sollte das Tier an derselbe Stelle wieder ausgesetzt werden, wo es aufgelesen wurde.

  • Eine verletzte Schildkröte (Verbrennungen) sollte mit Hinweis auf den genauen Fundort im Schildkrötendorf (village des tortues, Tel. +33 (0)4 89 29 14 10) in Carnoules abgegeben werden. Kontakt: Sébastien Caron, contact@soptom.org.

  • Eine verendete Schildkröte soll an ihrem Fundort belassen werden. Man möge jedoch ein Foto des Tieres mit genauer Ortsangabe an contact@soptom.org senden.


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