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  • RivieraZeit editorial

Im Südosten liegt der RN vorn: Blick auf die Regionalwahlen in der Region PACA

Am Sonntag wurden 48 Millionen Wahlberechtigte in ganz Frankreich an die Wahlurnen gebeten: Die durch die Corona-Pandemie um drei Monate verschobenen Regional- und Departementalwahlen standen an. Ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl liegt in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) nach der ersten Wahlrunde die rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) rund um Thierry Mariani in Führung. Die konservative Partei mit dem aktuellen Präsidenten des Regionalrats Renaud Muselier an der Spitze liegt knapp dahinter und hofft im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag, 27. Juni, auf einen Sieg. Frankreichweit wurde eine historisch niedrige Wahlbeteiligung verzeichnet.


Von TUBS - Eigenes Werk. Diese W3C-unbestimmte Vektorgrafik wurde mit Adobe Illustrator erstellt. Diese Datei enthält Elemente, die von folgender Datei entnommen oder adaptiert wurden: France, administrative divisions - de (+overseas) - colored.svg (von TUBS). Diese Datei enthält Elemente, die von folgender Datei entnommen oder adaptiert wurden: Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées in France 2016.svg (von TUBS)., CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45935135

Mit 36,39% hat sich in der Region Provence-Alpes -Côte d’Azur (PACA) im ersten Wahlgang Thierry Mariani (Rassemblement national) gegen seinen Konkurrenten und Amtsinhaber Renaud Muselier (Les Républicains) mit 31.91% durchgesetzt. Jean Laurent Félizia (UGE) kommt mit 16,89% auf den dritten Platz, vor Jean Marc Governatori (Écologistes) mit 5,28%.

Die Region PACA ist diesmal frankreichweit die einzige, in der der RN im ersten Wahlgang die stärkste Kraft war. Vor sechs Jahren war die Le-Pen-Partei in der ersten Runde noch als landesweiter Sieger hervorgegangen mit damals 27,7 Prozent aller Stimmen. In der zweiten Runde verpassten sie es dennoch, eine der französischen Regionen für sich zu gewinnen.


Historisch niedrige Wahlbeteiligung


Die Beteiligung an den Regionalwahlen lag in ganz Frankreich weit unter derjenigen der letzten Wahlen 2015. Zwei Drittel der französischen Wahlberechtigten haben nicht gewählt, mit 34,9 Prozent Wahlbeteiligung wurde ein absoluter Negativ-Rekord erzielt. Besonders in der Region Grand-Est (Elsass, Lothringen etc.) haben viele Menschen (70,38%) den Gang zur Wahlurne verweigert. Die Region PACA liegt mit 66,28% Verweigerern im Mittelfeld.


Entscheidung am nächsten Sonntag


Franzosen und Französinnen haben nun am nächsten Sonntag ein weiteres Mal die Möglichkeit, die politische Zukunft ihrer Region und ihres Departements mitzugestalten: Sofern nicht in der ersten Runde eine absolute Mehrheit erzielt wurde, geht’s in die zweite.

In der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur werden sich Konservative und Rechtsextreme ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Jean Laurent Félizia (Union de la gauche) hat im Laufe des Montags bestätigt, seine Kandidatur niederzulegen und unterstützt mit diesem Schritt Museliers Kampagne gegen seinen Konkurrenten Mariani (RN). Muselier betont im Hinblick auf die zweite Wahlrunde „die Einigkeit der gemeinsamen Region gegen spaltende rechtsextreme Kräfte“.


Stimmungstest vor der nächsten Präsidentschaftswahl


Der Rassemblement national schneidet bei der Regionalwahl in vielen französischen Regionen mit einer hohen Stimmzahl ab, jedoch deutlich schlechter als noch vor sechs Jahren. Die Partei der französischen Grünen und Emmanuel Macrons „En marche“ belegen jeweils hintere Plätze, während ein Sieg der bürgerlich gemäßigten Rechten und Linken am nächsten Sonntag in vielen Regionen erwartet wird.

Die Regionalwahlen und die politischen Entscheidungen in den französischen Departements gelten als wichtige Stimmungstests für die 2022 anstehende Präsidentschaftswahl. Im Fokus steht dabei Marine Le Pens rechtsextreme Partei Rassemblement national (RN), die bei der zweiten Wahlrunde der Regionalwahlen am nächsten Sonntag Chancen hat, erstmals an der Spitze einer oder mehrerer französischen Regionen zu stehen.


Departementalwahlen: Var steht rechts außen


Beim politischen Kräftemessen in den Departements kommt die Union de la droite in den Alpes-Maritimes auf 43,41% und liegt damit vor der zweiten Wahlrunde vor dem Rassemblement national. Die Gruppierung der Linken und der Écologistes wurde mit 7,05% auf den dritten Platz gewählt.

Im Departement Var liegt der Rassemblement national mit 30,94% vor den Republikanern (22,1%) und den Écologistes (4,97%) in Führung.


Weitere Informationen und aktuelle Zahlen finden Sie hier.


SR