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Jeder Dritte qualmt: Wieder mehr Raucher in Frankreich

WISSENSWERT


Das vorläufige Ende für den seit Jahren kontinuierlichen Abwärtstrend der Raucherzahlen in Frankreich: Ausgerechnet im Pandemiejahr 2020 wurde im Hexagon wieder vermehrt zum Glimmstängel gegriffen, wie die neuen Zahlen des französischen Gesundheitsministeriums belegen.


Die Pandemie ließ 2020 in Frankreich wieder mehr Menschen zur Zigarette greifen als in den Jahren davor. Foto. Pixabay

Bei Umfragen im letzten Jahr gaben fast ein Drittel (31,8%) der Erwachsenen zwischen 18 und 75 Jahren an, zumindest gelegentlich zu rauchen, ein Viertel (25,5%) raucht täglich. Damit steigen die Zahlen wieder leicht an, die zwischen 2016 und 2019 noch von 34,5% auf 30,4% (Gelegenheitsraucher) und von 29,4% auf 24% (tägliche Raucher) gesunken waren. Da die Veränderung der Zahlen aber nicht signifikant im Vergleich zum Vorjahr sei, bezeichnet Santé publique France (SpF) das Ergebnis nicht als Anstieg, sondern als Stabilisierung des Trends.


Grund zur Sorge macht allerdings der Anstieg der Rauchenden gerade in der Bevölkerungsschicht mit dem niedrigsten Einkommen: Hier ist die Zahl der täglichen Raucher innerhalb eines Jahres von 29,8% auf 33,3% gestiegen. Im höchsten Einkommensdrittel greifen dagegen nur 18% täglich zur Zigarette. Zudem gaben 2020 nur 29,9% der täglich Rauchenden an, in den letzten 12 Monaten mindestens eine Woche lang versucht zu haben, aufzuhören. Dieser Wert lag im Vorjahr noch bei 33,4%.


SpF führt jedes Jahr zweimal (zwischen Januar und März und zwischen Juni und Juli) eine groß angelegte telefonische Befragung zur Datenerhebung zu Gesundheitsthemen in Frankreich durch. Im Jahr 2020 nahmen 14.873 Personen teil.


Schon seit Jahren bemüht sich Frankreich um die Senkung des Tabakkonsums, der laut einer Studie aus dem Jahr 2019 für jährlich rund 75.000 Todesfälle im Land verantwortlich ist. So hob die Regierung unter anderem die Tabaksteuer im Jahr 2017 stark an, von ca. 8 auf ca. 10 Euro pro Packung. Großes Ziel der Gesundheitsbehörden ist es, bis 2030 eine „erste Generation ohne Tabak“ zu erreichen.


Zum Vergleich: Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums rauchen in Deutschland aktuell insgesamt 23,8 Prozent der Erwachsenen.


SL





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