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  • RivieraZeit editorial

Kaum bekannte Plage: Nizza kämpft gegen seine Bettwanzen

Sie sind klein, rotbraun und behaart, saugen bevorzugt Blut beim Menschen und lösen einen fiesen Juckreiz aus: Bettwanzen sind scheußliche Tierchen, die sich ausgerechnet in Südfrankreich äußerst wohl fühlen. Die Stadt Nizza hat zur Bekämpfung der Plage nun eigens einen Plan aufgelegt.


Bettwanzen sind fiese kleine Blutsauger

Laut einer Studie des INSERM (nationales Institut für Gesundheit und Forschung) von 2020 ist die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) die frankreichweit am zweitstärksten von Bettwanzen betroffene Region.


Besonders wohl fühlen sich die Parasiten in großen Städten und Menschenansammlungen. Nach einem Hotel- oder Jugendherbergsbesuch kann man sie außerdem unwissentlich leicht bei sich zu Hause einschleppen. Haben sie sich dort erst einmal eingenistet, ist es ohne professionelle Hilfe kaum möglich, die Schädlinge wieder loszuwerden.


Bettwanzen können bei ihren menschlichen Opfern Juckreiz, Stress, Angstzustände und Schlafstörungen hervorrufen. Da vielen Betroffenen jedoch die Ursache für ihr Problem nicht bewusst ist, ist es umso schwerer, die Wanzen zu bekämpfen.


Erkennung von Bettwanzen


Ein Bettwanzenbefall wird oft erstmalig durch die Bisse erkannt, die normalerweise über Nacht auftreten. Die Bisse sehen Mückenstichen ähnlich, tauchen aber häufig in einer Art Ansammlung oder in einer Reihe auf. Da allerdings jeder Mensch unterschiedlich auf Bettwanzenbisse reagiert und die Reaktion auch erst nach mehreren Tagen auftreten kann, ist diese Art der Erkennung nicht die aussagekräftigste.


Am eindeutigsten ist die Diagnose, wenn man lebende Bettwanzen antrifft. Sie sind kleine rotbraune Insekten mit ovaler Form und haben Ähnlichkeit mit einem Apfelkern mit Beinen. Trotz ihrer geringen Größe sind die ausgewachsenen Tiere gut mit bloßem Auge erkennbar. Sie sind etwa einen halben Zentimeter lang.


Andere Erkennungsmerkmale sind Kotspuren, die die Wanzen in Form von kleinen schwarzen bis dunkelroten Flecken auf der Matratze oder im Bettkasten hinterlassen.


Außerdem sind befallene Räume und Wohnungen bei einem bereits fortgeschrittenen Bettwanzenbefall an einem eklig-süßen Geruch erkennbar. Hierbei handelt es sich um ein Sekret, das Bettwanzen ausscheiden, um sich gegenseitig anzulocken.


Hilfe bei Bettwanzenbefall


Frankreichweit werden unter folgender vom Staat angebotenen Telefonnummer Fragen zum Thema beantwortet: 08 06 706 806. In Nizza wird zum 1. Oktober eine Rufnummer aktiviert, unter der ganz lokal Hilfe angeboten wird.


Um das Bettwanzen-Problem einzudämmen, soll in der Côte d’Azur-Metropole ab kommendem Monat außerdem eine umfassende Informations-Kampagne dafür sorgen, dass Betroffene sich melden. Da es im Schnitt bis zu 400 Euro kostet, eine Wohnung wanzenfrei zu bekommen, will die Stadt je nach Haushaltseinkommen einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent gewähren.


FH

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