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Kylie Minogue besiegelt Partnerschaft mit Weingut im Var

Klein, aber oho! Auf wen trifft das mehr zu als auf Kylie Minogue? Einszweiundfünfzig – aber eine ganz große Nummer im internationalen Showbusiness. 82-fache Platten-Millionärin, Songschreiberin, Filmstar in Hollywood, Theaterschauspielerin und Mode- und Parfümdesignerin. Jetzt will sie zudem Winzerin werden und im Departement Var einen provenzalischen Rosé der Extraklasse kreieren, wobei sie sich in guter Gesellschaft mit ihren prominenten Weinberg-Nachbarn Brad Pitt, Johnny Depp, Post Malone, George Lucas und George Clooney befindet. Von Rolf Liffers


Geschäftspartnerinnen: Kylie Minogue (l.) und die Besitzerin des Château Sainte-Roseline im Departement Var, Aurélie Bertin-Peillaud, verstanden sich auf Anhieb blendend. Foto: Domaine Sainte Roseline Marketing & Communication

Doch weder das prominente Umfeld noch irgendwelche sentimentalen Gründe waren ausschlaggebend für ihre soeben besiegelte Beteiligung an Château Sainte-Roseline in Les-Arcs-sur-Argens. "Kylie weiß genau, was sie will. Sie ist neugierig, lebendig, warmherzig, durchaus auch gefühlsbetont", schildert Château-Besitzerin Aurélie Bertin-Peillaud nach dem jüngsten, dreitägigen Besuch der britisch-australischen Künstlerin auf der Domaine Cru classé. "Zugleich aber ist sie eine taffe Geschäftsfrau, die sich kein X für ein U vormachen lässt." Schon die erste Begegnung der fast gleichaltrigen Frauen war so was wie Liebe auf den ersten Blick.

Kylie selbst – heute 53 – kam zum Wein wie die Jungfrau zum Kind. "Das Ganze war ursprünglich nur als Scherz von mir gedacht", erinnert sie sich. "Es war in Nashville, 2017. Ich hatte gerade die Aufnahmen zu meinem 14. Album beendet und war echt k.o. von der intensiven Arbeit." Ihr Manager und sie hatten sich in die Sessel fallen lassen, um endlich wieder durchzuatmen. "Ich sah mir die Weinkarte an und bestellte einen provenzalischen Rosé. Er war frisch, und ich fand ihn köstlich." Und da sei ihr herausgerutscht: "So einen Tropfen würd ich auch gern mal machen!"

Aus Spaß wurde Ernst: "Kylie wandte sich an ein englisches Unternehmen, das zufällig auch unser Importeur ist", berichtet Bertin-Teillaud. "Der Brite informierte uns. Wir fanden das natürlich total spannend, sind sofort darauf angesprungen, und schon bald standen wir in direktem Kontakt zu der Pop-Ikone." Kylies erster Besuch in Les-Arcs sei ein "tolles Abenteuer" gewesen, "und zwar in beruflicher wie in menschlicher Hinsicht".

Von Anbeginn an hätte der Weltstar "erstaunlich konkrete Vorstellungen von dem Côte de Provence gehabt, den sie bei uns erzeugen will". Danach sollte es kein Allerweltswein sein, sondern ein „Rosé der Spitzenklasse". In Les-Arcs nahm sich die Künstlerin jetzt sehr viel Zeit für Gespräche mit dem Team und seiner Chefin. "Sie stellte pausenlos Fragen, interessierte sich für unser Knowhow. Und zur Krönung gab es ein pompöses Fest." Bei all dem gewann die Château-Patronne den Eindruck, dass die vermögende Melbournerin nicht aus Jux und Tollerei investiert, sondern nach gründlicher Überlegung und Eigenrecherche. Zugleich sagt sie nicht ohne Stolz: "Wir haben Frau Minogue einen tiefen Einblick in die Geheimnisse der Weinherstellung vermittelt, und sie hat dabei bestimmt viel gelernt."


"Superwerbung für uns"

Natürlich sieht die Weingut-Inhaberin auch ihre eigene Chance. Kylie sei mit Sicherheit "eine Superwerbung für uns; garantiert werden wir durch ihren Ruhm demnächst weltweit stärker wahrgenommen und können uns mit ihr als Schaufenster neue Märkte erschließen". Die Wirkung sei schon jetzt enorm. Speziell in den sozialen Netzwerken würden tatsächlich massenhaft Bilder dazu gepostet.

Ob das Château demnächst auch als Kulisse von Kylies Musikvideos dienen werde, möchte sie eher bezweifeln, sagt die Unternehmerin schulterzuckend. Sie hoffe es – "ganz klar!" – und werde Kylie auch dazu ermutigen. "Aber – ehrlich gesagt – glaube ich nicht, dass Kylie die Genres vermischen wird." Sie ihrerseits plane als Kylies Partnerin nicht, auch andere Weltstars mit ins Boot zu holen. "Wir gehen davon aus, dass die Zusammenarbeit mit Kylie ausreichen wird, um unsern Wein künftig das ganze Jahr über an Mann bringen können.“

Kylie Minogue nahm sich ausführlich Zeit für ihren Besuch im Château Sainte-Roseline und ließ sich vom Team in die Finessen des Weinproduzierens einweisen. Fotos: R. Liffers (3), Domaine Sainte Roseline Marketing & Communication (1)



Die Zusammenarbeit von ihnen beiden sei für sie "eine in jeder Beziehung glückliche Fügung". Die persönliche Chemie habe sofort gestimmt. Kylie sei "am Boden geblieben, nahbar und authentisch". Außerdem habe sie einen ausprägten Sinn für Humor und eine geradezu "wahnsinnige Energie".

Und es zeichne sich jetzt schon ab, dass die Zusammenarbeit nicht nach wenigen Jahrgängen enden werde, sondern langfristig angelegt sei. Kylie sei zwar nicht pedantisch, aber sehr präzis. "Sie nimmt echt alles unter Lupe, bis hin zu Design und Verpackung. Und in Sachen Marketing und Werbung haben wir wiederum viel von ihr gelernt."

Erste Kostproben ihres varoisischen Rosés hatte Kylie Minogue schon Anfang 2020 auf den Markt gebracht. Damals war sie noch Branchenneuling und hatte mit einem roten, hundertprozentigen Merlot, einem weißen Sauvignon und einem Rosé aus Carignan sowie einem Cabernet Sauvignon erste önologische Gehversuche gemacht. Die aktuelle Cuvée mit dem schlichten Namen "Kylie Minogue" soll ein gastronomischer Rosé mit viel aromatischem Schwung werden. "Seine Dynamik soll an Kylie erinnern", orakelt Kellerwirtschafterin Bertin-Teillaud augenzwinkernd. "Am Gaumen soll er Weichheit und eine schöne Struktur vereinen", was immer damit gemeint sein mag.

10.000 Flaschen "Kylie Minogue Wines" bereits abgefüllt


Kleine Altäre – große Projekte: Kylie Minogues Rosé – hier der handsignierte Prototyp – soll jetzt von der Domaine Sainte-Roseline in Les-Arcs-sur-Argens aus in alle Welt verschickt werden. Foto: Rolf Liffers

Und siehe da: Die ersten 10.000 Flaschen von "Kylie Minogue Wines" aus der Ernte 2020 seien bereits abgefüllt und in Frankreich und Großbritannien auf dem Markt, überrascht sie uns. "Mit dem neuen Jahrgang wollen wir die Produktion verdoppeln und versuchsweise auch in den USA, Australien und mehreren europäischen Ländern erscheinen." Aber mehr noch nicht – denn die Dynamik des Kylie-Effekts sei noch nur sehr schwer einschätzbar.

Im Augenblick kostet die Normalflasche 28 Euro. Das ist nicht gerade ein Pappenstiel, wird in Les-Arcs aber als unproblematisch gesehen: "Es handelt sich schließlich um einen feinen Rosé mit klassifizierten Säften, der gut zu Kylies Spitzencuvée passt", und schon deshalb werde es für diesen neuen Typ Wein auch eine Klientel geben.

Bei weitem nicht so teuer waren die ersten Abfüllungen, die Kylie schon vor längerem auf Parzellen zwischen Hyères-les-Palmiers und La Londe fertigen ließ und die ausschließlich in Supermarktregalen gelandet waren.

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