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„Le Transport des Forces“ – das neue monumentale Werk im Léger-Museum

Mit „Le Transport des Forces“ hielt im Mai ein großartiges Werk des Kubisten Fernand Léger aus dem Jahr 1937 Einzug in das ihm gewidmete gleichnamige Nationalmuseum in Biot (Alpes-Maritimes) – und hier ist der Name auch Programm: Mit 4,90 auf 8,70 Metern umfasst das Gemälde fast 45 Quadratmeter. Diesen Sonntag, 6. Juni, ist der Eintritt ins Museum frei!


Fast neun Meter breit und fünf Meter hoch ist das Monumentalwerk Fernand Légers mit dem Titel "Le Transport des Forces". © ADAGP, Paris 2021

„Die Kontraste stehen im Mittelpunkt“, sagt Kuratorin Julie Guttierez. Helle und dunkle kräftige Farben treffen auf der Leinwand aufeinander, ebenso fließende und kantige Formen. Dem Künstler ging es darum, das Zusammenspiel der weichen Bewegung der Natur und eher starrer Industriekonstruktionen aufzuzeigen. Gemeinsam ergeben sie eine harmonische Allianz.


Verbindung von Industrie und Natur


Die Transformation von Naturkräften in technologische Innovationen wie elektrische Energie ist, was Léger (1881 – 1955), wie viele andere Künstler seiner Zeit, begeisterte. „Er zeigt die Verbindung von Industrie und Natur auf seinem Bild durch Schnelligkeit, Elektrizität, Farben und Abstraktion“, erklärt Guttierez.


Gefertigt wurde das monumentale Gemälde von Léger und mehreren seiner Schüler im Auftrag des Staates für die Internationale Ausstellung der Kunst und Technik in Paris 1937. Demonstrieren sollte es die Verbindung des Schönen und Nützlichen im Großformat im Palais de la Découverte, wo es als erstes ausgestellt wurde. Die Ausstellung entwickelte sich zum großen Erfolg: von Mai bis November kamen mehr als 31.000 Besucher und Besucherinnen nach Paris.


"Kunst soll aktiv und politisch sein"

Auch für Léger persönlich stellte das Werk einen Höhe- aber auch Wendepunkt dar: In seinem Werk widmete sich der Künstler in der Folge vermehrt der Reflexion der Farbe in moderner Architektur sowie einer „art sociale“. Kunst solle aktiv und politisch, auf das alltägliche Leben ausgerichtet und für alle da sein.


„Le Transport des Forces“ ist nicht das einzige Werk, das Léger zur Ausstellung 1937 beisteuerte: Das Museum in Biot zeigt unter anderem auch die Vorlage des Künstlers, nach der er und seine Schüler das damals 50 Quadratmeter große Werk ausarbeiteten – außerdem sein Projekt „Camouflage de la Tour Eiffel“, auf dem er hinter verschiedenen geometrischen Formen in weiß auf schwarzem Grund den Eiffelturm verschwinden lässt, sowie die Fotomontage „Travailler“ in Zusammenarbeit mit Charlotte Perrinand. Da das Original nicht mehr existiert, zeigt das Museum in Biot im Hinterland von Antibes ein Remake nach Schwarzweißfotos der Pariser Ausstellung: „Was wir den Fotos nicht entnehmen können, sind die verwendeten Farben. So haben wir die Farben selbst im Stile und der Intensität des Originals ausgewählt“, sagt Guttierez.


Heikler Umzug


Hier wird das riesige Bild im Léger-Museum in Biot aufgehängt, wo es in den kommenden fünf Jahren hängen wird. Foto: DR

Aufgrund seiner Größe erwies es sich als nicht gerade einfach, „Le Transport des Forces“ vom Pariser Centre national des arts plastiques ans Mittelmeer zu verfrachten und im Museum wieder aufzubauen. Das Gemälde ist eine permanente Leihgabe des Pariser Instituts für die nächsten fünf Jahre. Die aufwändige Reise zeigt ein Video in der Ausstellung, das während der Arbeiten gedreht wurde.


Und auch wenn der Umzug dieses Mal problemlos über die Bühne ging, überstand das 50 Quadratmeter große Werk einen ersten Umzug nach Avignon im Jahr 1949 nicht vollständig, sodass es auf die heute erhaltenen 4,90 x 8,70 Meter gekürzt wurde. Wer genau hinschaut, kann die alte (halb abgeschnittene) als auch die neue Signatur Légers finden und die Unterschiede der Komposition in der ausgestellten kleineren Vorlage des Künstlers entdecken.


Das Musée national Fernand Léger in Biot ist neben dem Picasso-Museum in Vallauris und dem Chagall-Museum in Nizza eines der drei Nationalmuseen des 20. Jahrhunderts der Alpes-Maritimes und widmet sich dem Leben und Werk Fernand Légers innerhalb seiner vielfältigen Schaffensphasen. Geöffnet ist das Museum im 255 Chemin du Val de Pôme die ganze Woche (außer dienstags) von 10 bis 18 Uhr im Sommer (2. Mai bis 31. Oktober) und von 10 bis 17 Uhr im Winter (1. November bis 30. April). Audioguides, die durch die Ausstellung führen, gibt es in verschiedenen Sprachen, auch auf Deutsch.


Svetlana Leitz



Workshops am Sonntag, 6. Juni


Eine besondere Aktion zur Wiedereröffnung der Museen wartet auf alle Gäste am Sonntag, 6. Juni, an dem der Eintritt wie an jedem ersten Sonntag des Monates für alle frei ist. Auf dem Programm stehen kreative Workshops, Führungen und auch Einführungsworkshops zu Meditation und Sophrologie in der Gartenanlage des Museums.


Um die Innenräume des Museums zu betreten, ist es notwendig, im Vorhinein einen Timeslot zu reservieren. Gruppen können sich bis zu 10 Personen anmelden, im Gebäude besteht Maskenpflicht.

Die Teilnahme an den Kreativworkshops ist gratis (nach Voranmeldung). Die Führungen und Meditations-/Sophrologie-Workshops müssen im Voraus kostenpflichtig auf der Website des Museums gebucht werden. Mehr Informationen und Reservierungen hier.


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