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Luca Ferraro: «Rache an der Riviera» – gruseliger Genua-Krimi für starke Nerven

Jede Stadt oder Region, die auf sich hält, hat heute ihre Krimis; sei es im Fernsehen oder als Buch. Von der Eifel bis Istanbul, von Visby bis zum Wiener Rebland: Leichen, wohin man schaut. Menschen scheinen sich sehr zu freuen, wenn die Spuren der Ermittler sie dorthin führen, wo sie selbst schon Urlaub gemacht haben. Da darf natürlich auch die Riviera nicht fehlen.

Genau genommen ist „Rache an der Riviera“ ein Genua-Krimi. Im Mittelpunkt steht Chef-Gerichtsmediziner Johann Sorbello, halb Deutscher, halb Italiener, begeisterter Surfer und daher glücklich, am Meer zu wohnen. Auf seinem Seziertisch landet die Leiche einer jungen Frau – bzw. das, was von ihr übrig ist. Das ist nicht gerade viel, denn sie wurde im Piranha-Becken des Meeresmuseums Galata entsorgt.


Mit dem unsympathischen Chef-Ermittler Moreno klappt die Zusammenarbeit nicht, und so begibt Sorbello sich kurzerhand selbst auf Mördersuche, alsbald begleitet von der besten Freundin der Toten, in die er sich prompt verliebt.


Wenn man von einigen Klischees wie dem obligaten gepanschten Olivenöl absieht, ist der Krimi interessant komponiert, und die Lösungen verlangen einem Mitdenken ab. Es werden echte und falsche Spuren gelegt, und viele führen durch die liebevoll beschriebene Stadt mit ihren düsteren Gassen. Der Böse lauert natürlich im berühmten Café Klainguti.


Im Verlauf der knapp 300 Seiten wird der Roman immer dichter, um schließlich in einem traurigen Kapitel der italienischen Geschichte seine Auflösung zu finden.


Wer es gerne gruselig hat und Spannung erwartet, ist mit diesem Buch gut bedient.


Susanne Altweger-Minet

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