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Modefestival von Hyères-les-Palmiers: schräge Schuhe & andere Kreationen

Aktualisiert: 5. Nov. 2021

Das idyllische Hyères (Departement Var) hat den Herbstanfang wieder mit tollen Tagen gekrönt, die durchaus an Karneval erinnerten: Während des traditionsreichen internationalen Festivals der Mode und der Fotografie präsentierten unter von 650 Bewerbern ausgewählte Nachwuchskünstler aus aller Herren Länder ihre – wie es auch sein soll – verrücktesten Kreationen.



Die Nachwirkungen des stets schrillen Wettbewerbs, die jeweils durch Schirmherrschaft und Gegenwart der aktuell größten Modeschöpfer der Welt geadelt werden, werden noch bis zum 23. Januar nachwirken. So lange sind verschiedene Ausstellungen im nationalen Zentrum für zeitgenössische Kunst, der legendären Villa Noailles, und einigen ihrer Dependancen zu sehen. Darunter Kreationen der Vorjahressieger sowie von Louise Trotter, künstlerische Direktorin von Lacoste und seit 2018 Nachfolgerin von Paco Rabanne. Die Show-Room-Exposition der Finalisten endet jedoch bereits am 28. November.

Louboutin: völlig überdrehte Schuh-Ausstellung


Vereinzelt trauten sich auch Männer ins Rotlichtmilieu. Foto: RL

Der absolute Hingucker dieses Jahres ist die völlig überdrehte Schuh-Ausstellung des diesjährigen Jury-Vorsitzenden Christian Louboutin, die sich komplett im Rotlichtmilieu abspielt. Aber auch schon im deckenhoch ausgemalten Treppenhaus waren manchem Besucher die Augen übergegangen. Die riesigen "Fresken in situ" des aus Basel stammenden und in Paris lebenden Illustrators Adrien Geller versetzten die Passanten durch ihre tiefen Farben in eine "dichtbewachsene", irgendwie kontemplative Dschungellandschaft voller Blumen und sonderbaren übergroßen Menschengestalten à la Gulliver.

Das große Defilee fand wie immer in den rustikalen alten Salinen von Hyères-La-Capte statt. Das vom spätsommerlich milden Sonnenwetter begünstigte bunte Treiben in den Atrien der Villa Noailles oberhalb der alten Stadt war den Veranstaltern die reine Sinnenfreude. Dort und in den verschiedenen Ateliers, bei Diskussionsforen und Animationen konnte man die meisten Hauptakteure hautnah erleben. Unter ihnen die britische Hauptgewinnerin in der Kategorie Mode, Ifeanyi Okwuadi, und die Finnin Sofia Ilmonen, die von Mercedes-Benz für die beste "ökoverantwortliche" Kollektion geehrt wurde. Der Jury-Preis in der Kategorie Fotografie ging an Emma Charin aus Avignon und den deutschen Oliver Müller, der Preis von Hermès in der Kategorie Mode-Accessoires an die Französin Yann Tosser-Roussey.


Bilder von oben links nach unten rechts:

1 Traumhaft: der Blick von der Villa über die Dächer der Altstadt von Hyeres

2 Kubistische Kunst erinnert auf den Terrassen der Villa noaille an ihren Anfänge in den späten zwanziger Jahren

3 Die Diskussionsforen des Modefestivsls waren zumeist überfrequentuert

4+6 In den sonnendurchfluteten Atrien der Villa Noailles fanden die Kreativen immer wieder Gelegenheit zur Entspannung

5 Die exotischen „Fresken in situ“ von Adrian Geller gaben den Augen vieler Besucher willkommene Gelegenheit, ein wenig zu entspannen - alle Bilder: Rolf Liffers


Jean Pierre Blanc, Gründer und Chef des Festivals, orakelte am Ende seiner Erfolgsbilanz, die 37. Ausgabe werde im nächsten Jahr mit einer Überraschung aufwarten. Um welche Neuigkeit es sich dabei handele, wolle er noch nicht preisgeben. Es sickerte aber durch, dass eine vollkommen neue Auszeichnung inauguriert werden soll. Das Ziel des Jahres 2021, das Festival "gewollt fröhlich, festlich und schöner" zu gestalten, sei in vollem Umfang erreicht worden.

R. Liffers

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