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"Noch nie einem Mann gehorcht": Carla Bruni bald wieder auf Tournee im Süden

Die Sängerin Carla Bruni geht nach langer, pandemiebedingter Zwangspause wieder auf Heimattournee. Am 27. November geht es los – in Antibes. Im Januar folgen Konzerte in Monaco und Marseille.


Carla Bruni in diesem Jahr in Cannes. Foto: Diana Guylene, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Was für ein Shitstorm (das Wort gab es damals noch gar nicht), als sie sich Weihnachten 2007 im Pariser Disneyland kennenlernten und outeten! Unkenrufe! "Die Bruni" wolle sich nach ihren Affären mit Eric Clapton, Mick Jagger, Kevin Costner und nach fast 30 weiteren selbst eingestandenen Amouren mit dem frisch gebackenen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ganz nach oben schlafen. Auch nach der Hochzeit der beiden im Februar 2008 – ihrer ersten Ehe überhaupt – ließ das Kesseltreiben nicht nach. Im Gegenteil: Ihr gemeinsamer Weg blieb von immer neuen Indiskretionen über angebliche Untreue oder gar Scheidung gepflastert. Und dann die ewigen Frotzeleien über ihren Größenunterschied...

Jetzt, zu Beginn ihrer neuen Tour, die am 27. November in Antibes beginnt und im Januar in Monaco (7.) und Marseille (8.) fortgesetzt wird, hat das inzwischen 53-jährige einstige Topmodell ganz ohne Not ein klares Bekenntnis zu ihrem Ehemann Nicolas Sarkozy abgelegt: "Ich liebe ihn über alles", sagte die gebürtige Italienerin, die ab ihrem fünften Lebensjahr in Le Lavandou im Departement Var aufwuchs. In der Tat sei es nicht einfach gewesen, die Ehefrau eines Staatspräsidenten zu werden und zu sein. Immer wieder sei sie brutal mit den Medien konfrontiert gewesen: Zeitweilig sei die Presse so grausam gewesen, "dass ich mich in Sicherheit bringen musste". Verblüfft habe sie zugleich, "dass man mich mit meinem Mann immer wieder gleichsetzte". Tatsache sei aber auch, dass ihre Liebe zu ihm gerade während seiner Präsidentschaft noch gewachsen sei.


Angezogen von starken Männern

Sie zögerte jedoch nicht, einzuschränken: "Trotzdem ist er nicht ich." Und sie machte klar: "Noch nie in meinem Leben habe ich einem Mann gehorcht." Dabei habe sie fast immer nur starke Männer gehabt: Louis Bertignac, Florent Pagny, Vincent Perez, Raphaël und Jean-Paul Enthoven... Sie habe nie zugelassen, dass ihre Liebhaber die Oberhand gewannen: "Denn kennzeichnenderweise sind es stets die Schwachen, die dominieren wollten."

Auf der Konzertreise nun promotet sie ihr neues Album "Carla Bruni". Darin erzählt eines ihrer Stücke ("Le petit Guépard") von einem Geparden, den sie freilässt, weil ihr Mann ihn nicht mag. Um Missverständnissen vorzubeugen, versichert die Künstlerin: "Es ist eine reine Fantasiegeschichte, eine Fabel, und ich liebe Tiergeschichten sehr. Der Gepard ist das Wilde in uns." Insofern gehe es in dem Lied überhaupt nicht um das Verhältnis zwischen Frau und Mann, wie vermutet wurde. Im Übrigen schere sie sich beim Schreiben nie darum, was sich die Leute beim Zuhören vorstellen könnten. "Sonst würde ich gar nicht erst zur Feder greifen!" Daher fürchte sie sich auch nicht davor, für nicht konsensfähig gehalten zu werden in einer Zeit, in der Frauen ihre Unabhängigkeit und ihr Recht auf Selbstbestimmung einforderten.

Brunis aktuell größter Wunsch ist, dass ihre geplanten Auftritte im In- und Ausland nicht noch einmal Opfer von Covid würden wie zuletzt in Russland. Denn das Virus sei "nicht tot und begraben", obwohl sich die Verhältnisse in Frankreich im Augenblick noch in Grenzen zu halten schienen.


Erfolge auch im nicht französischsprachigen Ausland

Die Chansonnière räumt ein, selbst überrascht zu sein über ihren großen Erfolg in nicht französischsprachigen Ländern. Nicht nur in Europa. Auch in Übersee und Asien. In den USA beispielsweise sei ihr aufgefallen, dass die Säle durchaus nicht von frankophonen Communities dominiert gewesen seien.

Wiederholt habe sie dieses Phänomen mit Charles Aznavour erörtert. Ohne klares Ergebnis. "Vielleicht sind die Menschen nur neugierig auf das bizarre Leben, das Gott mir geschenkt hat. Kann aber auch sein, dass es allein meine Stimme ist, die ihnen eine Geschichte erzählt, ganz ohne Worte."

Als Mannequin konnte man Carla Bruni zuletzt Ende September gemeinsam mit Naomi Campbell und Milla Jovovich über Balmains Catwalk schweben sehen.

Rolf Liffers




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