Suche
  • RivieraZeit editorial

Oetkers Luxus-Hotels an der Côte d’Azur in neuen Händen

Ein langer Streit um die Ausrichtung eines der größten Familienunternehmen Deutschlands ist beendet. Der Oetker-Konzern spaltet sich auf. Auch die legendären Luxushotels Cap-Eden-Roc in Antibes und Château Saint-Martin in Vence an der Côte d’Azur sind betroffen.

Das Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes wird künftig von den Familien der fünf ältesten Kinder des verstorbenen Patriarchen Rudolf-August Oetker geführt. Foto: DR/Oetker Collection

Nach Angaben des Bielefelder Konzerns bleibt der umsatzstärkste Teil des Konzerns mit Lebensmitteln (Pizza, Backmischungen, Tiefkühltorten und Pudding) und Bier (Radeberger) in der Hand der Familien der fünf ältesten Kinder des verstorbenen Patriarchen Rudolf-August Oetker. Richard (70) und Philip (47) Oetker, Rudolf Louis Schweizer (53), Markus von Luttitz sowie Ludwig Graf Douglas (34) gehören künftig auch der gerade übernommene Getränkelieferdienst Flaschenpost sowie die Masterpiece-Hotels Brenner’s Park Hotel in Baden-Baden und das Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes.


Das zweite Oetker-Hotel an der Côte d'Azur hingegen, das Château du Domaine Saint-Martin in Vence, geht an die drei jüngsten Kinder Oetkers aus dessen dritter Ehe. Archivfoto: DR/Oetker Collection

Die jüngsten drei Kinder aus der dritten Ehe des Patriarchen übernehmen unter einem gemeinsamen Dach den Bereich Sekt, Wein und Spirituosen (Henkell, Freixenet), die Martin Braun Backmittel, die Chemiefabrik Budenheim und die Kunstsammlung August Oetker. Alfred (53), Carl Ferdinand (48) und Julia Oetker (42) führen zudem das Hotel Le Bristol in Paris sowie das Château du Domaine Saint-Martin in Vence weiter.

"Mit dieser Entscheidung überwinden die Gesellschaftergruppen ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Führung und Strategie der Oetker-Gruppe. Eine entsprechende Trennungsvereinbarung ist von allen Eigentümern unterzeichnet worden", teilte das Unternehmen mit. Die Trennungsvereinbarung soll noch in diesem Jahr vollzogen werden. "Die Entscheidung hat keine Auswirkungen auf die Mitarbeiter in den einzelnen Unternehmen der Oetker-Gruppe."

Der Streit um die Ausrichtung beschäftigt die Familie bereits seit vielen Jahren. Rudolf-August Oetker, der Enkel des Firmengründers, hinterließ bei seinem Tod 2007 acht Erben aus drei Ehen. Seine Kinder erblickten von 1940 bis 1979 das Licht der Welt. Ende 2016 musste Richard Oetker (viertes Kind aus der zweiten Ehe) die Konzernleitung laut Statut mit 65 Jahren aufgeben. Bereits 2010, als er das Ruder übernahm, waren sich die Familienstämme nicht einig. Er, in der Öffentlichkeit seit 1976 bekannt als das Entführungsopfer, galt vor sechs Jahren als Puffer zwischen den Generationen und verhinderte Alfred Oetker (erstes Kind aus dritter Ehe) an der Spitze.

Für Dr. Oetker und seine Tochterfirmen arbeiten weltweit rund 37.000 Beschäftigte. 2020 hatte der Konzern einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro vermeldet. Bereits vor vier Jahren hatte die Gruppe für 3,7 Milliarden Euro seine Sparte Container-Schifffahrt an den dänischen Marktführer Maersk Hamburg-Süd verkauft. Das noch zum Konzern gehörende Bankhaus Lampe steht vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden vor dem Verkauf. Dies war bereits vor der Aufspaltung entschieden worden.

R.L.


618 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen