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Pilgerfahrt nach Saintes-Maries-de-la-Mer fällt im zweiten Jahr aus

PROVENCE


Im zweiten Jahr in Folge fällt die traditionelle Pilgerfahrt nach Saintes-Maries-de-la-Mer (Camargue) Ende Mai aufgrund der Corona-Pandemie aus.


Les Saintes-Maries-de-la-Mer ist die westlichste Stadt im Departement Bouches-du-Rhône und wird als Wallfahrtsort normalerweise jedes Jahr Ende Mai sowie Ende Oktober von zahlreichen Pilgern besucht. Foto: Hans Braxmeier, Pixabay

Rund einen Monat im Voraus wurde die Wallfahrt, zu der üblicherweise 20.000 Menschen anreisen, abgesagt, so der Präfekt des Departements Bouche-du-Rhône. Die Entscheidung sei eine gemeinsame von Vertretungen der betroffenen Verwaltungen und Reisenden gewesen.


Jedes Jahr treffen sich Angehörige der Roma, Manouches, Sinti und Jenischen Ende Mai für eine Woche in der Gemeinde in der Carmargue, um ihrer Patronin, der Schwarzen Sara, zu huldigen. Der kleine Ort wird dabei zu einem riesigen Wohnwagenlager. Höhepunkt ist die Prozession zur Verehrung Saras, die während des Zweiten Weltkriegs aufkam. Im Rahmen des Festes kommt es zu einem großen Wiedersehen, auch die Mehrheit der Kinder wird in der Woche in der Kirche Notre-Dame-de-la-Mer getauft.


Der Legende nach wurden die Heiligen Maria Kleophae und Maria Salome sowie Lazarus und dessen Schwestern Martha und Maria mit ihrer Dienerin Sara mit dem Boot an der Küste der Provence angespült. Während die anderen weiterzogen, blieben die beiden älteren Marien an diesem Küstenabschnitt, der nach ihnen Saintes-Maries-de-la-Mer genannt wurde. Dass die nicht sesshaften Volksgruppen sich mit der Schwarzen Sara als ihre Patronin identifizieren, liege nicht nur an ihrer Hautfarbe, sondern auch an deren Herkunft aus Ägypten, die auch den Roma nachgesagt wird.


SL



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