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Regionalwahlen: Region PACA schrammt an rechtsextremer Regierung vorbei

In kaum einer anderen Region wurde die zweite Runde der Regionalwahlen und somit die Entscheidung um die Mehrheit im Regionalrat härter umkämpft: Der Republikaner Renaud Muselier und Thierry Mariani vom Rassemblement national lieferten sich in der Region Provence-Alpes- Côte d’Azur (PACA) ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aus dem die Partei der Bürgerlich-Rechten gestern schließlich mit einem Vorsprung von 14 Prozentpunkten siegreich hervorging. Le Pens extremrechte Partei blieb frankreichweit am gestrigen Wahlsonntag hinter den Erwartungen zurück und verfehlt das Ziel, die Führung in einer französischen Region zu übernehmen. Die Wahlbeteiligung lag erneut auf historisch niedrigem Niveau.


Von TUBS - Eigenes Werk. Diese W3C-unbestimmte Vektorgrafik wurde mit Adobe Illustrator erstellt. Diese Datei enthält Elemente, die von folgender Datei entnommen oder adaptiert wurden: France, administrative divisions - de (+overseas) - colored.svg (von TUBS). Diese Datei enthält Elemente, die von folgender Datei entnommen oder adaptiert wurden: Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées in France 2016.svg (von TUBS)., CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45935135

Wie bereits bei den letzten Regionalwahlen 2015 musste sich der Rassemblement national in der zweiten Runde der Wahlen im Kampf um die politische Führung in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) geschlagen geben – wenn auch denkbar knapp. Nach einem starken Auftritt (36,7%) im ersten Wahlgang am letzten Sonntag landet Thierry Mariani (RN) im zweiten Wahlgang mit 42,7% hinter Renaud Muselier (Les Républicains), der die Wahl mit 57,3% für sich entscheidet.

Damit fallen 84 der 123 Sitze im Regionalrat an die Partei der Bürgerlich-Rechten, die den Sieg mithilfe entscheidender Stimmen aus dem Lager der Linken und Grünen davongetragen hat.

Jean-Laurent Félizia (Union de la gauche) hatte seine eigene Kandidatur Anfang letzter Woche zurückgezogen und somit das „Bündnis demokratischer Kräfte“ und den Wahlkampf Museliers gegen die extremrechte Le-Pen-Partei unterstützt.

Die Wahlbeteiligung in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur lag an diesem Sonntag ähnlich niedrig wie im landesweiten Durchschnitt: Nur jeder Dritte (33,74 Prozent) gab seine Stimme ab.


Frankreichs Wähler setzen auf Altbewährtes


Le Pens Rassemblement national konnte sich wie schon bei den letzten Regionalwahlen in keiner Region Frankreichs an die Spitze setzten. Der Trend geht in Richtung schon bekannter Regierungsstile: Die gemäßigten Parteien setzten sich landesweit gegen die Extrem-Rechten durch. Auch Macrons Partei La République En Marche (LREM) verpasst es, die Mehrheit der Wählerstimmen für sich zu gewinnen. In den Übersee-Gebieten La Réunion, Martinique und Französisch-Guayana verbucht die bürgerliche Linke Erfolge.

Auch bei den Departementalwahlen siegten die Bürgerlich-Rechten im Süden vor dem RN


Im Departement Alpes-Maritimes trug die Union de la Droite am gestrigen Sonntag den Sieg mit 60,2% in der zweiten Wahlrunde davon. Der Rassemblement national wurde mit 32,22% in die Schranken gewiesen.

Im Departement Var siegten ebenfalls die Bürgerlich-Rechten in 22 von 23 Kantonen und konnten sich so vor der Partei der Extrem-Rechten behaupten. Nur in Fréjus setzte sich die Le-Pen-Partei durch.

Auch in beiden Departements der Côte d’Azur sind gestern nur rund ein Drittel aller Wahlberechtigten dem Ruf zur Wahlurne gefolgt (15 Prozentpunkte weniger als 2015).


SR

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