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Saint-Tropez-Ikone Brigitte Bardot erneut zu Geldstrafe verurteilt

Die Gallionsfigur des südfranzösischen Touristenorts Saint-Tropez, der seiner berühmtesten Einwohnerin erst in diesem Jahr ein lebensgroßes Denkmal gesetzt hat, ist erneut wegen rassistischer Beleidigungen unangenehm aufgefallen. Daher ist die hochbetagte französische Schauspielerin Brigitte Bardot (B.B.) jetzt zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro verurteilt worden. Auch ihr Pressesprecher wurde verdonnert. Er muss 4000 Euro zahlen, wie ein Gericht in Saint-Denis auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean mitteilte.

Brigitte Bardot. Foto: Cdrik b06, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Die militante Tierschützerin hatte die Einwohner der Insel als "degenerierte Bevölkerung mit barbarischen Traditionen" bezeichnet. Die dort lebenden Menschen seien "Eingeborene, die die Gene der Wilden bewahrt haben", hatte B.B. im März 2019 in einem Brief an den Präfekten geschrieben, mit dem sie gegen angebliche Tierquälerei auf La Réunion protestieren wollte. Ihr Pressesprecher Bruno Jacquelin hatte den Brief anschließend an mehrere Medien geschickt.

"Das sind Anklänge an den Kolonialismus", sagte Axel Vardin als Vertreter der Organisationen, die Bardot verklagt hatten, während der mündlichen Verhandlung. Bardots Anwältin Catherine Moissonier verwies darauf, dass der Tierschutz Bardots Lebensaufgabe sei und der Tierschutz auf der Insel nicht gewährleistet sei. Die Staatsanwaltschaft hatte für Bardot eine Strafe in Höhe von 25.000 Euro gefordert.


"Rassismus ist keine Meinung, sondern eine Straftat"

Die Bemerkungen hatten für große Empörung gesorgt. "Rassismus ist keine Meinung, sondern eine Straftat", hatte die damalige Ministerin für Überseegebiete, Annick Girardin, erklärt. Mehrere Organisationen legten Klage ein. Bardot hatte später um Verzeihung gebeten und ihre Wut mit dem »tragischen Schicksal« der Tiere erklärt.

Nicht zum ersten Mal hatte sich Bardot rassistisch geäußert. Die Schauspiellegende, die als Sympathisantin der französischen Rechten gilt, war schon 2008 von einem Pariser Strafgericht verurteilt worden. Damals hatte sie sich abfällig gegenüber Muslimen geäußert. Das Gericht bezog sich dabei auf ein Schreiben von 2006, in dem sie forderte, dass Schafe beim islamischen Opferfest betäubt werden müssten. Bardot sei es leid, "von einer Bevölkerung an der Nase herumgeführt zu werden, die uns zerstört, die unser Land zerstört, indem sie uns ihre Handlungsweisen auferlegt".

Erst im Juni hatte ein Gericht Bardot zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt, weil sie den Chef des französischen Jagdverbandes verunglimpft hatte. Darüber hinaus musste sie eine Entschädigung zahlen sowie die Gerichtskosten übernehmen.

R.L.


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