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Schwedisches Design endlich in Nizza: Im Mai 2022 eröffnet Ikea

Begleitet von einem riesigen Pulk an Journalisten in orangefarbenen Westen und Schutzhelmen hat Bürgermeister Christian Estrosi gestern die Ikea-Baustelle in Nizza besichtigt. Die wichtigste Info verkündete Ikea-Frankreich-Chef Walter Kadnar auf dem noch zu begrünenden Dach des Möbelhauses: Eröffnet wird am 11. Mai des kommenden Jahres.


Journalisten strömten am Donnerstag, 9. Dezember, in die blaue Halle, deren vier gelbe Buchstaben noch fehlen. Foto: A. Stöckmann

Lange, lange hat das Departement Alpes-Maritimes auf die beliebten schwedischen Möbel mit „demokratischem Design“ warten müssen. Ein jahrelanger Hickhack um einen Standort – Platz ist bekanntlich knapp am schmalen Küstenstreifen der Côte d’Azur und Autoschlangen rund um Ikea ein allzu gefürchtetes Bild – findet endlich ein versöhnliches Ende: Neben Nizzas Fußballstadion Allianz Riviera ganz im Westen der Stadt, zwischen Meer und schneebedeckten Berggipfeln, können ab Frühjahr 2022 Billy-Regale und Deko-Schnickschnack geshoppt werden – in einer der größten Filialen Frankreichs. Die Autobahn befindet sich in Sichtweite, und jede Menge Parkplätze sind selbstverständlich im Neubau inbegriffen.


Foto oben: Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi (am Mikro) ist stolz darauf, Ikea in seine Stadt geholt zu haben.

Foto unten: Die Flachdachbereiche rechts werden begrünt und mit Solarpaneelen bedeckt. Direkt an die Ikea-Halle angrenzend entstehen mehrere quaderförmige Wohn- und Bürogebäude. © AS


Dass sich das 24.000-qm-Möbelhaus in Nizzas noch relativ jungem Ecovallée im Stadtteil Saint-Isidore befindet, spiegelt sich im Gesamtkonzept des Baus wieder (Design: Jean-Michel Wilmotte), wie Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi bei seiner Rede auf dem Dach der blauen Halle betonte. Hier oben werde ab Februar begrünt, was das Zeug hält: Neben 10.000 qm bepflanzter Fläche werden 3100 grüne Photovoltaik-Paneele installiert. „Damit sollen 40 Prozent des Strombedarfs des Komplexes gedeckt werden“, so Estrosi. Hinzu komme die Nutzung von Geothermie zur Klimatisierung des Hauses, was zur Energie-Autonomie von 70 bis 80 Prozent führen soll, so die Berechnungen. Außerdem wird es 40 Elektro-Ladestationen für Pkw geben. Erreichbar ist das Möbelhaus auch per Tram (Linie 3): In 15 Minuten geht’s in die Innenstadt.


Direkt an das Ladenlokal, in dem neben Möbeln und Deko-Artikeln traditionell auch schwedische und im Fall von Nizza französische Spezialitäten im hauseigenen Restaurant serviert werden, grenzen mehrere quaderförmige Wohnhäuser an. Auch sie befinden sich noch im Rohbau, sollen aber im Laufe von 2022, spätestens 2023 neben 90 (Sozial-)Wohnungen Platz für Ladenlokale und Büros bieten.


Noch präsentiert sich das Innere der künftigen Ikea-Filiale Nizza im Rohbau. © AS



Das Möbelhaus selbst, so versprach Ikea-Frankreich-Chef Walter Kadnar beim Rundgang gestern, halte weitere Innovationen bereit, angefangen vom Erlebnis-Gesamtkonzept über eine Sonnenterrasse, wie es sich für den Standort im Süden gebührt, bis zum digitalen Rundumservice – ohne allerdings Details zu verraten. „Nizza ist eine moderne Stadt, ein Hotspot innerhalb Europas, nicht nur touristisch. Genau dazu passt unser Projekt“, fasste er zusammen.


Auch wirtschaftlich ist die Eröffnung des Möbelhauses ein Coup für Nizza und das gesamte Departement: Fast 700 Arbeitsplätze sollen entstehen. Aktuell werden 400 Möbelverkäufer gesucht; eingestellt werden sollen gezielt junge Menschen auf der Suche nach dem ersten Job.


AS

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