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  • RivieraZeit editorial

Sturm „Alex“: Gedenktag ein Jahr nach der Katastrophe

2. Oktober 2020. Vor einem Jahr ereignete sich eine der bisher schlimmsten Naturkatastrophen an der Côte d’Azur. Sturm „Alex“ radierte mit seinen Überschwemmungen ganze Landstriche aus. In Erinnerung an die Opfer des Unwetters und zur Ehrung der Rettungskräfte laden die Metropole Nizza sowie verschiedene Bergorte am morgigen Samstag zu Gedenkveranstaltungen ein.


Die Katastrophe ereignete sich in der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 2020. Sturmtief Alex ließ im bergigen Hinterland von Nizza wahnsinnige Regenmassen niedergehen. In kürzester Zeit schwollen Bächlein zu reißenden Fluten an, die ganze Landstriche wegschwemmten. Auf französischer Seite hat es am stärksten die Täler der Flüsse Roya und Vésubie im Osten des Departements Alpes-Maritimes getroffen. Auch im benachbarten Piemont und Ligurien (Italien) gab es Schäden.


Hunderte mussten ihre Häuser verlassen und evakuiert werden. 18 Menschen starben mutmaßlich bei dem Unglück, acht von ihnen wurden nie gefunden.



Die Schäden an der Infrastruktur sind noch heute – ein Jahr nach der Katastrophe – zu spüren. Brücken fehlen noch immer, einige Bergstraßen sind nach wie vor nicht passierbar oder schlicht weggespült, der Tende-Tunnel bleibt noch mindestens zwei Jahre geschlossen, Häuser sind teilweise ganz weggerissen, andere unbewohnbar geworden. Selbst Wanderwege sind verschwunden; ihre Wiedereinrichtung wird insgesamt drei Jahre dauern.


In Gedenken an das Unglück lädt unter anderem die Stadt Nizza am morgigen Samstag, 2. Oktober, um 9 Uhr zur Enthüllung eines Denkmals an der Brücke Alexandre Durandy (Plan du Var) ein. Die hundert Jahre alte Brücke befindet sich am Übergang zwischen den Bergen und der Küstenebene und ist so zum Symbol für die Einheit der Metropolregion Nizza geworden.



Was wird getan, um ähnliche Katastrophen künftig zu verhindern?


Unwetter mit schweren Folgen sind an der Côte d’Azur keine Seltenheit. In den vorausgegangenen Jahren wurde besonders der westliche Küstenbereich des Departements Alpes-Maritimes mehrfach von schweren Überschwemmungen getroffen, 2015 starben dabei 20 Menschen.


In Frankreichs Bergregionen wurden als Konsequenz der Katastrophen Präventionspläne erstellt, die vorrangig darauf abzielen, Leben zu retten, die Wettervorhersage zu verbessern und die Menschen rechtzeitig zu warnen, sich in Sicherheit zu bringen. Sensible Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen und Pflegeheime müssen in risikoarmen Gebieten gebaut werden.



Weitere Info


Zahlreiche weitere Informationen und persönliche Geschichten zu den Auswirkungen von Sturm Alex hat die Lokalzeitung NiceMatin hier zusammengetragen.

FH


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