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Unwetter in Südfrankreich: keine Verletzten, erhebliche Sachschäden & eine Umweltkatastrophe

Für Alarmstufe „rot“ sorgte gestern das Wetter in und um Marseille, im gesamten Südosten Frankreichs ging ein heftiges Herbst-Unwetter nieder. Die Bilanz: Keine Verletzten in den Bouches-du-Rhône, dem Var und den Alpes-Maritimes, dafür allerdings hohe Sachschäden. In Marseille landete tonnenweise Müll im Meer.


Blitzeinschlag am Nachmittag des 4. Oktobers in Lorgues im Departement Var. © Facebook

In der Nacht von Sonntag auf Montag, 4. Oktober, sowie am gestrigen Nachmittag wurde der Südosten Frankreichs von starken Unwettern heimgesucht. Besonders betroffen war das Departement Bouches-du-Rhône, für das wegen Starkregens und Überschwemmungen die höchste Wetterwarnstufe „rot“ ausgegeben worden war, aber auch das Var und die Alpes-Maritimes. Schulen waren in den drei Departements ab mittags zu, auch Angestellte waren aufgerufen worden, nachmittags möglichst von zu Hause aus zu arbeiten. Verletzte waren diesmal nicht zu beklagen.


Alpes-Maritimes


In den Alpes-Maritimes ist das Unwetter vergleichsweise glimpflich ausgegangen. Der Westen des Departements war stärker betroffen als der Osten, aber mit nur 40 bis 60 mm Niederschlag blieb der Regen hinter den befürchteten Mengen zurück. Die Feuerwehr wurde insgesamt nur zu 38 Einsätzen gerufen. Zu den Gründen zählten Unfälle auf der A8, umgefallene Bäumen, heruntergewehte Dächer und einige Feuer nach Blitzeinschlag, die schnell gelöscht werden konnten. Am Flughafen Nizza kam es bis 20 Uhr zu Verspätungen, ein Flug wurde abgesagt, ein anderer umgeleitet. Außerdem wurden vorübergehende Stromausfälle gemeldet.


Um 20 Uhr wurde die Wetterwarnung zunächst auf „gelb“ heruntergestuft, ab 22 Uhr galt das Department wieder als „grün“.


Marseille


Etwas weniger glimpflich ging die Sache in Marseille aus: Dort fiel in wenigen Stunden das Äquivalent von drei Monaten Regen (im Unland örtlich bis zu 240 mm) – eine Dimension, die die Stadt seit 20 Jahren nicht mehr erlebt hat. Die heftigen Niederschläge sorgten für überschwemmte Straßen, unzählige weggespülte Fahrzeuge, Erdrutsche und gestoppte Züge. Mehr als 1500 Notrufe gingen bei der Leitstelle in Marseille ein, insgesamt gab es in der Stadt allein 230 Feuerwehr-Einsätze und mehr als 150 Evakuierungen aufgrund der Überschwemmungen.


Der Hafen von Marseille erinnerte gestern Vormittag an Venedig.



Umweltkatastrophe in Marseille: hunderte Tonnen Müll im Meer


Da die Regenwassersysteme in Marseille wie in vielen anderen Städten entlang der Mittelmeerküste größtenteils nicht an Kläranlagen angeschlossen sind, landete tonnenweise (Plastik-)Müll, der durch die Überschwemmungen mitgerissen wurde, direkt im Meer.


„Eine Katastrophe. Am Dienstag oder Mittwoch werden diese treibenden Abfälle vom Ostwind zum Beispiel in Richtung der Frioul-Strände getrieben. Die Abfälle müssen unbedingt an den Stränden eingesammelt werden“, warnte die Biologin Isabelle Poitou, Direktorin des Vereins MerTerre, in einem Interview mit Nice Matin.


FH

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