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Verirrtes Grauwalkalb an der Côte d’Azur gesichtet

CÔTE D’AZUR


Irrfahrt im Mittelmeer – seit Wochen befindet sich ein junger und offenbar orientierungsloser Grauwal alleine auf Reisen die Küste entlang. Von Marokko über Neapel bis an die Côte d’Azur kam es zu Sichtungen des Jungtiers – tausende Kilometer entfernt von seinem natürlichen Lebensraum im Pazifik und seinen Artgenossen.


Grauwal Côte d'Azur
Grauwalkalb wurde am Wochenende vor Antibes gesichtet. Foto: monsterpong09/Pixabay

Zuerst wurde das Walkalb im März an der marokkanischen Küste entdeckt, von wo aus es seinen Weg dem südlichen Mittelmeerufer Richtung Osten entlang nahm, bevor es nach Sizilien und Italien schwamm. Am 18. April filmten Touristen den Wal in Bacoli in der Nähe von Neapel. Seit einigen Tagen hält sich das Grauwaljunge nun an der Côte d’Azur auf: Zuerst am Donnerstag vor Antibes, dann in Mandelieu und schließlich am Freitag vor dem Hafen von Bormes-les-Mimosas. Es ist die erste Sichtung dieser Art seit zehn Jahren, auch damals handelte es sich um ein verirrtes Exemplar.





Wally, wie der Grauwal getauft wurde, ist etwa 15 Monate alt und sieben Meter lang. Wahrscheinlich gehört er einer von zwei verschiedenen Grauwalfamilien an, die im Nordpazifik leben. Unklar ist, welcher Gruppe er angehört, weshalb er von seinen Artgenossen getrennt wurde und wie er den Weg ins Mittelmeer gefunden hat. Eines ist aber sicher: Der Bartenwal ernährt sich üblicherweise von kleinen wirbellosen Tieren, die er hier nicht findet. Dementsprechend schwach und abgemagert ist er. Verletzt scheint er aber nicht zu sein.


Zu hoffen bleibt nun, dass der junge Wal den Weg zurück zu seinen Artgenossen findet. Keine leichte Aufgabe, da er wohl monatelang nicht richtig fressen konnte, die Mittelmeerküste die Gefahr birgt, zu stranden oder sich in Fischernetzen zu verfangen und es eine weite Reise über Gibraltar und den Atlantik hinauf bis in den Pazifik zu seiner Walfamilie ist.


Empfohlen wird, sich dem Wal nicht zu nähern und nicht zu versuchen, ihn zu füttern. Wer das Tier sichtet, soll die GPS-Position notieren und an das Departementbüro der Bouches-du-Rhône des französischen Amtes für Biodiversität (OFB) unter +33 6 87 91 03 32 melden.


SL

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