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Vista Palace Hotel wird nach jahrelangen Umbauarbeiten wiedereröffnet

Nach jahrelangen Renovierungs- und Umbauarbeiten öffnet der spektakuläre Vista Palace in Roquebrune-Cap-Martin diesen Sommer unter neuem Namen seine Pforten wieder für Gäste. Eine große Eröffnungsfeier des 5-Sterne Hotels oberhalb von Monaco, das jetzt „Maybourne Riviera“ heißt, wird es aber wohl nicht geben, hagelte es doch während der gesamten Bauphase Kritik und Klagen von Anwohnern und Umweltschützerinnen.


Das Hotel am Rande der Klippe hoch über Monaco - vor dem Umbau. Archivfoto: Mossot / Wikipedia, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:H%C3%B4tel_Vista_Palace-2.JPG

Im Moment befinden sich die Arbeiten hoch über dem Fürstentum Monaco in der Abschlussphase. Schon für Juni war die Öffnung des ehemaligen Vista Palace geplant, diese wird nun aber nochmal verschoben. Ab Juli will das Hotel schrittweise wieder Gäste empfangen, bis in der ersten Septemberhälfte alles vollständig bereit ist. Eine Öffnung, die nach harscher Kritik wohl stillschweigend über die Bühne gehen wird. So gab es weder eine Pressemitteilung, noch antwortete der Betreiber zunächst auf Anfragen, wie die lokale Presse berichtet.


2014 war das Vista Palace Hotel vom ehemaligen Emir von Katar, Hamad ben Khalifa al-Thani, für 30,5 Millionen Euro gekauft worden. Mehr als 100 Millionen Euro investierte er anschließend in Umstrukturierungs- und Erweiterungsarbeiten, um heute 45 Zimmer, darunter 24 teilweise über einen privaten Infinity-Pool verfügende Suiten, für seine gut betuchten Gäste zur Verfügung stellen zu können.


Bis auf den historischen Kern des Gebäudes wurde während der Bauarbeiten nahezu alles abgerissen, um die Sicht hinab auf Monaco und zum Meer noch freier zu gestalten. Da das Hotel am Rande eines Felsvorsprungs 330 Meter über dem Meer thront und es in dem Gebiet seismische Aktivitäten gibt, wurden zur Sicherung des Erdreichs und der Fassade 58 Zugstangen angebracht.


Besonders für die lokale Wirtschaft erhofft sich Patrick Cesari, Bürgermeister von Roquebrune-Cap-Martin, Vorteile von der Neueröffnung. Durch seine ganzjährige Öffnung werde das Maybourne Riviera für viele neue Arbeitsplätze sorgen, sagte er im Gespräch mit Nice Matin. So sollen 120 Mitarbeitende ständig beschäftigt werden, also auch außerhalb der Saison, im Sommer kämen weitere dazu.


Massive Kritik an den Umbauarbeiten


Ausschließlich positiv ist das Echo auf die Wiedereröffnung allerdings nicht. Der groß aufgezogene Umbau des Hotels direkt an einer Klippe sorgte bei Teilen der Bevölkerung und Umweltschützern für heftige Gegenwehr, unter anderem in Form von Klagen, die das Projekt immer wieder verzögerten. Die Sorgen gelten zum einen der Umwelt: Befürchtet wird durch die Bauarbeiten eine Zerstörung der Landschaft und von Flora und Fauna rund um das in einem geschützten Gebiet liegende Hotel. Durch die Arbeiten sei die Klippe „zerfetzt“ worden, sagte Frédérique Lorenzi, Präsident des Umweltverbandes Aspona, verursacht durch die Zugstangen und Bohrungen im Gestein.

Zweifel gab es zudem an den Auswirkungen auf die Stabilität des Erdreichs: Unterhalb des Felsvorsprungs lebende Anwohner und Anwohnerinnen fürchteten um ihre Sicherheit und etwaige Steinschlagschäden. Laut Aspona hätten sich bereits Risse an der Klippe gebildet. Bürgermeister Cesari hält dagegen, dass durch die Absicherung des Kliffs die unmittelbare Steinschlaggefahr eher ab- statt zugenommen habe. Außerdem hätten Messungen und Experten den Bau begleitet. Ein Null-Risiko könne es allerdings unter den gegebenen Umständen nicht geben.


Die 150-jährige Geschichte des Hotels


Der ehemalige Vista Palace kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die bis ins 19. Jahrhundert reicht. Zunächst ein kleines Teehaus in einem 1870 errichteten Holzchalet, wurde es zwischen den Weltkriegen zu einem kleinen 5-Zimmer-Hotel ausgebaut, das während des Zweiten Weltkriegs allerdings zerstört wurde. Nach Kriegsende wurde das Hotel am Rande des Felsvorsprungs hoch über dem Wasser mit 25 Zimmern wieder aufgebaut, 1987 kamen weitere 43 Zimmer hinzu. Viel Spielraum für Weitläufigkeit gibt es aufgrund des Standorts allerdings nicht. Zeitweise hatte das Hotel sogar einen deutschen Eigentümer: Der Industrielle Max Grundig erwarb das Objekt 1978 und gab ihm den langjährigen Namen „Vista Palace Hotel“.


SL

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