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Von Wahlheimat Côte d’Azur geprägt: Gaby Feys Fotografien rauben den Atem

Die experimentierfreudige Fotokünstlerin Gaby Fey aus Köln inszeniert bekannte Ikonen der Kunstgeschichte neu. Dabei versetzt sie ihre sorgsamen und außergewöhnlichen Kompositionen unter Wasser und nutzt dafür auch das spezielle Licht der Provence. Gaby Fey lebt und arbeitet abwechselnd in Köln und in ihrer Wahlheimat an der Côte d'Azur, wo das Licht der Blauen Küste einen entscheidenden Einfluss auf ihre Kunst hat.

Die "Marianne" von Gaby Fey ist eine Interpretation des Gemäldes "Die Freiheit führt das Volk" von Eugène Delacroix (1830). © Gaby Fey

Sonnenlicht bricht an der Wasseroberfläche, unterschiedliche Blautöne gehen ineinander über, strahlen und ergänzen einander. Gaby Fey schafft in ihren künstlerischen Fotografien fantastische Lichtstimmungen und Reflexionen, anmutig und fast ein bisschen unheimlich. Die Figuren in ihren Bildern scheinen nicht der Schwerkraft unterworfen zu sein, ihre Präsenz ist graziös und doch wirken ihre Körper zart und verletzlich. Sie kreiert mit ihren außergewöhnlichen Kompositionen Bilder, die mystisch und ursprünglich wirken und ihre Geheimnisse nicht vollends preisgeben, berichtet der Fernsehsender ntv. Obwohl die Bilder mit fotografischen Mitteln entstehen, wirken sie wie gemalt. Oft bezieht sie sich in ihren Motiven auf bekannte Werke der Kunstgeschichte, die sie uminterpretiert. Das wirklich einzigartige an ihrer künstlerischen Herangehensweise ist, dass alle ihre Bilder unter Wasser aufgenommen werden.


Erst vor, heute hinter der Kamera


Die Undine der Fotografie ist dabei Profi, vor wie hinter der Kamera. In den 1970er-Jahren ist sie ein international gefragtes Fotomodell, arbeitet mit renommierte Modefirmen wie Bogner zusammen. Bereits in dieser Zeit wächst ihre Leidenschaft für Fotografie und fotografische Komposition. In den 1990er-Jahren wechselt sie schließlich die Seite und etabliert sich schnell als Fotografin in der Werbe- und Modeindustrie. Doch um ihre künstlerischen Visionen angemessen umsetzen zu können, beschließt sie, weniger kommerziell zu arbeiten und konsequent eigene Projekte umzusetzen. Seit mehr als einem Jahrzehnt widmet sie sich nun ausschließlich der künstlerischen Fotografie. Sie hat international zahlreiche Ausstellungen, präsentiert ihre Arbeiten in Deutschland, Frankreich, Monaco, Österreich und der Schweiz.


ntv-Doku über Gaby Fey



Für ihre aufwändigen Unterwasseraufnahmen engagiert sie professionelle Models, die gerne unter Wasser arbeiten, aber greift auch auf Personen aus ihrem Bekanntenkreis zurück. Nach der Auswahl ihrer Akteure werden die exakte Position unter Wasser, die Mimik und jede Geste wie für eine Theaterinszenierung ausführlich besprochen und geprobt.

Die besondere Komposition von Licht, Farbe und Körper ist bezeichnend für Gaby Feys Fotografien. © Gaby Fey

"Beim Fotografieren unter Wasser geht es vor allem darum, den richtigen Moment zu finden, den Moment, in dem der Portraitierte seine Seele offenbart", so die Künstlerin. Sie arbeitet dabei größtenteils ohne Sauerstoffflasche und experimentiert mit verschiedenen Lichtquellen. Am liebsten realisiert sie ihre Shootings an der Côte d’Azur, deren besonderes Licht schon Künstler wie Henri Matisse, Georges Seurat oder August Renoir fasziniert hat. So entstehen ihre detailgetreuen Re-Inszenierungen weltberühmter Gemälde wie "La Cène", angelehnt an Leonardo da Vincis berühmtes "Abendmahl". Spektakulär sind auch ihre Neuinterpretationen von Théodore Géricaults "Floß der Medusa", Sandro Botticellis "Die Geburt der Venus" oder Eugène Delacroix‘ "Die Freiheit führt das Volk", in der ihre "Marianne" mit einem futuristischen Lichtschwert für eine gerechtere Zukunft kämpft.


Gaby Fey hat eine fast symbiotische Beziehung zum Element Wasser. Ihre beeindruckenden Unterwasser-Visionen sind detailversessene Kompositionen, die Licht und Farbe, Körper und Leichtigkeit verbinden. Die Avantgarde-Künstlerin besticht durch ihre konsequente und facettenreiche Herangehensweise. Mal wirken ihre Bilder verspielt und voller Leichtigkeit, mal dramatisch und konzentriert. Statt Pinsel, Farbpalette und Leinwand nutzt sie ihre Kamera und das Wasser als Grundelemente für ihre Kunst. Ihre Arbeiten sind bildgewaltige Gemälde aus Licht.


R.L.


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