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  • RivieraZeit editorial

Wie steht es um die Lebensqualität an der französischen Riviera?

Wo es sich zu wohnen lohnt: Jedes Jahr kürt „Villes et villages où il fait bon vivre“ Frankreichs lebenswerteste Städte und Dörfer. Nach acht Kategorien bewertet der Verein alle 34.837 Kommunen im ganzen Land. Die Côte d’Azur schlägt sich ganz gut. Glanzlicht Nizza liegt auf Platz sieben im landesweiten Vergleich.


Die Mittelmeermetropole Nizza – eine der lebenswertesten Städte Frankreichs. Foto: Shutterstock

Die lebenswerteste Stadt Frankreichs ist dem Gesamt-Ranking zufolge wie schon 2020 Annecy (östlich von Lyon gelegen) vor Bayonne (Baskenland) und Angers im Nordwesten. Die klassisch-beliebten großen Metropolen schaffen es nicht nach ganz oben im Klassement – Paris etwa befindet sich auf Platz 55, Marseille auf Platz 85.


Auch die lebenswertesten Dörfer (weniger als 2000 Einwohner) befinden sich nicht in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA), sondern mit Peltre, Guéthary und Epron in der Nähe von Metz, Biarritz bzw. Caen.


Auf Platz sieben im Gesamt-Klassement unter 34.837 Städten und Dörfern landet Nizza mit seinen rund 340.000 Einwohnern. Die Metropole am Mittelmeer wurde zuletzt unter anderem als landesweit hundefreundlichste Stadt ausgezeichnet.


Die größten Städte der Alpes-Maritimes schneiden wie folgt ab:

  • Nizza: Platz 7

  • Cannes: Platz 30

  • Antibes: Platz 40

  • Cagnes-sur-Mer: Platz 113

  • Grasse: Platz 178

  • Le Cannet: Platz 333

  • Menton: Platz 519

Und im Var:

  • Toulon: Platz 33

  • Hyères: Platz 51

  • La Seyne-sur-Mer: Platz 189

  • Fréjus: Platz 196

  • Draguignan: Platz 433

  • Saint-Raphaël: Platz 464


Beispiele aus dem Departement Alpes-Maritimes:


Als mittelgroße Stadt mit rund 50.000 Einwohnern liegt Cagnes-sur-Mer im Gesamt-Ranking auf Platz 113. Die Kommune zwischen Cannes und Nizza ist bekannt für die zahlreichen Künstler, die hier lebten. Unter anderem der Maler Pierre-Auguste Renoir verbrachte in der Stadt seine letzten Lebensjahre, sein Haus ist heute ein Museum.


La Trinité mit rund 10.000 Einwohnern schafft es auf Platz 450. In der Ortschaft finden sich Spuren ihrer langen Geschichte bis ins Mittelalter: Besucher und Besucherinnen erwarten leuchtend bunte Häuserfassaden, eine neoklassizistische Kirche, ein Brunnen aus dem 17. Jahrhundert und eine Burg aus dem 11. Jahrhundert. Im Kloster Notre-Dame de Laghet sollen Wunder geschehen sein, was den Ort bis heute zum wichtigsten Pilgerzentrum der östlichen Provence und Norditaliens macht.


Neuer Verein, neues Label


Seit 2020 bewertet der Verein Frankreichs Kommunen und vergibt das Label „Villes et villages où il fait bon vivre“. Die angewandten Kriterien bilden die jeweilige Situation von beispielsweise Lebensqualität, Dienstleistungen, Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten, Verkehr, Sicherheit, Arbeitslosenquote und Gesundheitsversorgung ab. Insgesamt 183 Kriterien in acht Kategorien werden begutachtet.


Es gibt aber auch Kritik an dem von Thierry Saussez gegründeten Verein. Nice Matin hinterfragt die Zielsetzung des Rankings und des herausgegebenen Labels: Beruhen die Ergebnisse auf validen Daten und dient das Ganze womöglich nur kommerziellen Zwecken? Zwischen 498 und 3840 Euro je nach Stadtgröße kostet die 3134 qualifizierten Gemeinden die Verwendung des Labels samt Kommunikationsset. Rund 200 Gemeinden nutzen es. Vereinsgründer Saussez verteidigt sein Projekt als transparent und objektiv, da es ausschließlich auf offiziellen Daten beruhe.


Wie schneidet Ihr Lieblingsort ab?


Wie schneidet Ihre Gemeinde im Ranking von „Villes et villages où il fait bon vivre“ ab? Finden Sie es hier heraus!


Svetlana Leitz

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