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Zehntausende Teilnehmende bei Klimademonstrationen in ganz Frankreich

Rund 115.000 Menschen haben am Sonntag an 163 Märschen in 150 Städten in Frankreich teilgenommen, um für mehr Klima- und Umweltschutz zu demonstrieren. Aktueller Aufhänger ist das neue Klimagesetz des Landes, das im Sommer verabschiedet werden soll und in der letzten Woche nach erster Lesung von der Nationalversammlung bestätigt wurde. Zudem geht es um die Frage, den Klima- und Umweltschutz in der Verfassung zu verankern.



In ganz Frankreich fanden am Sonntag Klimademonstrationen statt. Foto: Kevin Snyman/Pixabay

Alleine in Paris versammelten sich rund 56.000 Demonstrierende auf den Straßen, im Süden gab es die größten Märsche in Marseille mit 1000 und Nizza mit 800 Teilnehmenden. In Nizza hörten die Versammelten eine Reihe von Redebeiträgen, ehe sie um 14 Uhr aufbrachen – begleitet von Percussion-Gruppen und in lockerer Atmosphäre. Schon im März hatte es ähnlich große Demonstrationen zum Thema in ganz Frankreich gegeben.


Von 67 Organisationen ins Leben gerufen und von vielen weiteren unterstützt, verkündeten die Verbände in einem Statement: „Wir marschieren, um den mangelnden Ehrgeiz der Regierung anzuprangern, die sich weigert, sich dem ökologischen Notstand zu stellen. Deshalb vereinen wir uns angesichts der Herausforderungen, die auf uns warten.“


Der Hintergrund der Aktion findet sich im von der Regierung auf den Weg gebrachten Klimagesetz und einem von Präsident Emmanuel Macron zugesagten Referendum:


Im Vorfeld hatte Macron ein Bürgerklimakonvent berufen, welches sich auf einen Katalog von Zielen und Maßnahmen für den Umwelt- und Klimaschutz einigte. Die Ergebnisse des Konvents wiederum sollten in einem landesweiten Klimagesetz festgehalten und umgesetzt werden. Dieses Gesetz wird nun im Parlament diskutiert und soll im Sommer verabschiedet werden. Es sieht unter anderem die Streichung kurzer Inlandsflüge, die Schaffung des Straftatbestands „Ökozid“ und das Verbot der Vermietung schlecht isolierter Wohnungen ab 2028 vor. Zudem hatte Macron versprochen, ein Referendum durchzuführen zur Frage, ob der Klima- und Umweltschutz in die Verfassung eingeschrieben werden solle. Dieses steht nun allerdings auf der Kippe.


Die Demonstrierenden lehnen den Gesetzesvorschlag als sehr weit von den Ergebnissen des Bürgerklimakonvents entfernt ab. Die Maßnahmen seien so abgeschwächt worden, dass das Gesetz nicht ausreichend auf die Klimaproblematik eingehe und deshalb nutzlos sei. Kritik gab es auch an den Unklarheiten bezüglich des aufkommenden Referendums zur Verfassungsänderung.

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