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Zwei Wochen voller toller Boote: die Voiles de Saint-Tropez 2021

Aktualisiert: 27. Sept. 2021

Der beliebte große Regatta-Abschluss an der Riviera – die Voiles de Saint-Tropez – findet in diesem Jahr vom 25. September bis 9. Oktober statt.


Das einstige Fischerdorf Saint-Tropez ist Gastgeber der beliebten Regatta im Departement Var zum Saison-Abschluss. Foto: Gerhard Standop

Vor Ausbruch der Pandemie hatte man mit großer Vorfreude bekanntgegeben: Die beliebten Voiles de Saint-Tropez sollte noch besser werden. Mit den Jahren hatte es kräftige Zuwachszahlen gegeben, sodass man zuletzt die Teilnehmerzahl auf etwa 300 Boote begrenzen musste. Nur konsequent, dass man nun, statt Anfragen zurückzuweisen, die bisher einwöchige Veranstaltung aus organisa­torischen und sicherheitstechnischen Gründen auf zwei Wochen ausdehnen wollte.


Doch dann kam Corona, und am Ende fanden die Voiles 2020 zwar statt, aber doch in einer etwas abgespeckten Version, der Pandemie geschuldet. So darf man dieses Jahr gespannt sein, ob und wie sich das neue, zweiwöchige Konzept mit wieder mehr Booten und Zuschauern bewähren wird.



40 Jahre Regatta „La Nioulargue“


Zudem gibt es dieses Jahr ein kleines Jubiläum zu feiern: 1981, vor genau 40 Jahren, segelten die Skipper der Jachten Ikra und Pryde mit ihren Booten in einer kleinen privaten Wettfahrt hinaus in die Bucht von Pampelonne zum bekannten Club 55. Wer siegte und dem Unterlegenen das Abendessen bezahlen musste, ist nicht mehr ganz klar, jedenfalls kamen in den Folgejahren immer mehr Boote zu dieser Regatta hinzu – die Regatta La Nioulargue, benannt nach einer Untiefe draußen vor der Bucht, war geboren. Später bekamen die Wettfahrten ihren jetzigen Namen Les Voiles de Saint-Tropez.


Das Programm


Gegenüber vergangenem Jahr hat man kurzerhand die Bootsklassen und -größen doch wieder ein wenig verändert: In der ersten Woche vom 24. September bis 2. Oktober sind zunächst die kleineren modernen und klassischen Boote bis etwa 19 Meter Länge an der Reihe, ebenso, und das ist jetzt wieder neu, die großen klassischen Jachten wie Moonbeam oder Cambria oder der Schoner Naema. Es folgen ab Samstag, 4. Oktober, bis zum darauffolgenden Sonntag nicht mehr unter dem zunächst vorgesehenen neuen Namen Les Voiles Super Boats, sondern unter Les Voiles de Saint-Tropez – Maxi Yachts die großen Wally- und die sog. Maxijachten, also ab 20 Meter aufwärts.


Zwei Boote der berühmten J-Class, der riesigen Jachten des America‘s Cups der 1930er-Jahre, sind dieses Jahr zur zweiten Regattawoche gemeldet, schon das ist eine Reise wert: J8 Topas und ein Stammgast in Saint-Tropez, JK-7 Velsheda. Diese Jacht ist neben der Shamrock V, die leider dieses Jahr nicht mit dabei ist, das einzige Boot, das aus dieser Bootsklasse im Original erhalten ist! Nach den beiden J-Class-Booten die größte bisher gemeldete Jacht dieses Jahr ist fast neu, die Jasi, eine Swan 115 von 2018.


Welche Boote und Bootsgrößen in welcher Gruppe starten, kann man auf der Internetseite der Veran­staltung nachlesen.


Fotogelegenheiten für Zuschauer


Auch wenn man anscheinend am genauen Konzept noch feilt, hat es jedenfalls drei Vorteile: Durch die zeitliche Spreizung auf zwei Wochen wird es auf dem Wasser sicherer, und viele große Jachten können, sobald die Teilnehmer der ersten Woche den Ha­fen verlassen haben, im alten Hafen fest­machen. Start und Ziel aller Gruppen sind direkt vor der Hafenmole, sodass sich den Zuschauern viele spannende Manöver bieten werden. Das wird die Besucher besonders erfreuen – und vielleicht auch noch mehr anlocken.


Fotos © Gerhard Standop


Gleich neben der Capitainierie wird wieder das bewährte Seglerdorf aufgebaut, täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Es gibt eine Obergrenze, wie viele Leute sich dort gleichzeitig aufhalten dürfen. Vielleicht gelingt es aber, sich ein wenig vom Flair inspirieren zu lassen und den einen oder anderen Stand mit Segelzubehör, Kleidung, Büchern und vielem mehr zu besuchen, oder man schlendert durch die Gassen der Stadt, ruht sich bei einer Tasse Kaffee aus und beobachtet das emsige Treiben an den Anlegern und auf den Booten.


Über den aktuellen Stand in Bezug auf Maskenpflicht und sonstige pandemiebedingte Vorgaben kann man sich auf der Internetseite informieren.


Noch nicht alle Stammgäste gemeldet


Bisher sind in den Meldelisten, die man ebenfalls tagesaktuell herunterladen kann, etwa 85 moderne Boote und 65 Klassiker verzeichnet, aber sicher wird noch die eine oder andere Jacht hinzukommen. Bei den Klassikern versprechen so berühmte Namen wie Naema, Moonbeam of Fife, Sumurun, Cambria oder The Lady Anne Highlights beim Fotografieren und spannende Start- und Zielmanöver beim Segeln. Und eines der beiden Boote von 1981, die Ikra, wird wie fast jedes Jahr wieder mitsegeln – und sie ist oft ganz vorne mit dabei! Zur zweiten Regattawoche haben sich bislang knapp 50 Maxi-Jachten angemeldet, darunter allein sieben vom Typ Wally. Sie werden neben den beiden Js die Stars der Voiles Super Boats sein, zumal andere Stammgäste wie die klassischen Schoner Elena oder Germania Nova fehlen. Das wird der Stimmung und Spannung aber bestimmt keinen Abbruch tun.


So bleibt zu hoffen, dass die diesjährigen Voiles trotz aller Einschränkungen wieder ein Erfolg für die Segler und eine Freude für die Zuschauer werden!


Gerhard Standop - standop.net




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